Was heißt eigentlich Herdenimmunität?

Was heißt eigentlich Herdenimmunität?

Im EU-Land Malta soll seit Kurzem Herdenimmunität gegen das Coronavirus herrschen. Was das bedeutet.

Je mehr Menschen in einer Gruppe gegen das Coronavirus immun sind, desto schwerer kann sich das Virus verbreiten
Foto: Adobe Stock

Es ist das Ziel aller Länder dieser Welt: Herdenimmunität gegen das Coronavirus. In dem EU-Land Malta soll das jetzt erreicht sein. Dort wurden bereits 70 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner, also mehr als zwei Drittel, zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft.

Was genau bedeutet Herdenimmunität? Haben Schaf- oder Kuhherden etwas damit zu tun? Nein, natürlich nicht. Aber warum dann Herde? Auch Menschen können eine Herde bilden. Eine Herde ist nämlich ein Begriff, der für eine Gruppe oder Ansammlung steht. Der Fachbegriff „Herdenimmunität“ setzt sich aus den Worten „Herde“ und „Immunität“ zusammen. Jemand ist zum Beispiel immun gegen einen Krankheitserreger, wenn er genügend Antikörper gegen diesen Erreger im Körper hat. Dann kann ihm der Erreger nichts mehr anhaben. Immun werden können Menschen entweder, weil sie eine Krankheit durchgemacht haben und dann Antikörper bilden. Auch eine Impfung kann immun gegen einen Krankheitserreger machen. Je mehr Menschen gegen einen Krankheitserreger immun sind, desto schlechter kann sich dieser Erreger weiterverbreiten. Weniger Menschen werden krank.

Bei der Herdenimmunität geht es darum, dass besonders viele Menschen einer Gesellschaft oder eines Landes immun werden. Wie viele genau das sein müssen, darüber streiten sich auch die Fachleute.

Wozu soll Herdenimmunität aber überhaupt gut sein? Wenn es in einem Land Herdenimmunität gegen das Coronavirus gibt, dann kann sich das Virus nicht mehr so leicht verbreiten. Viele hoffen, dass es ganz gestoppt und ausgerottet werden kann. Durch die Herdenimmunität werden Menschen, die ein schwaches Immunsystem haben, geschützt. Zum Beispiel Babys, die noch nicht geimpft werden dürfen.

Viele offene Fragen

Wie viele Menschen in Österreich geimpft oder genesen sein müssen, damit Herdenimmunität erreicht wird, ist nicht ganz klar. Viele Fachleute sind der Meinung, dass es ganz besonders wichtig dafür sei, Kinder und Jugendliche zu impfen, damit es zur Herdenimmunität kommt.

Andere Fachleute sagen, dass eine Herdenimmunität überhaupt nur sehr schwer erreichbar ist. Etwa weil sich das Virus sehr schnell verändert (Mutationen). Oder aber auch, weil man trotz Impfung (in abgeschwächter Form) erkranken und das Virus weitergeben kann. Außerdem würde auch nicht jeder Mensch gleich viele Antikörper bilden, wenn er einmal an Covid-19 erkrankt war oder geimpft wurde.

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