Frankreich führt Social-Media-Verbot ein
Ab Herbst dürfen in Frankreich Jugendliche erst ab 15 Jahren Konten auf TikTok oder Instagram haben. Auch in Österreich soll bald so ein Gesetz kommen.
Frankreich ist das erste Land in der Europäischen Union (EU), das soziale Medien für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren verbietet. Das haben die Politikerinnen und Politiker des Landes jetzt beschlossen.
Präsident Emmanuel Macron hatte sich für das Verbot eingesetzt. Es soll bereits am 1. September, also nach den Sommerferien, starten. Dann dürfen unter 15-Jährige keine neuen Konten auf Plattformen wie TikTok oder Instagram eröffnen. Später sollen auch Konten, die es schon gibt, überprüft werden.
Warum gibt es das Verbot?
Soziale Medien sind so gemacht, dass Menschen möglichst lange dabeibleiben. Ein Video folgt auf das nächste. Je länger jemand zuschaut, desto mehr Daten können die Firmen sammeln und desto mehr Werbung können sie zeigen. Damit verdienen sie Geld.
Fachleute kritisieren dieses System. Zu viel Zeit auf Social Media kann zu Schlafproblemen, zu wenig Bewegung und seelischem Druck führen. Kinder können außerdem auf Videos stoßen, die ihnen Angst machen. Sie können auch im Internet aber auch gemobbt oder von Erwachsenen belästigt werden.
Fachleute sehen Probleme
Fachleute bezweifeln, dass ein Verbot allein ausreicht. Kinder könnten einfach auf andere Apps ausweichen. Außerdem darf die Verantwortung nicht nur bei den Eltern liegen. Vor allem die Firmen, die diese Apps betreiben, müssen dafür sorgen, dass Kinder besser geschützt werden.
Doch wie soll das Alter geprüft werden? Viele Kinder geben bei der Anmeldung einfach ein falsches Geburtsdatum an. Frankreich muss deshalb mit der EU klären, wie die Kontrollen funktionieren sollen. Gleichzeitig müssen persönliche Daten geschützt bleiben.
Auch Österreich plant ein Verbot
In Österreich wird gerade ein ähnliches Gesetz vorbereitet. Instagram, TikTok und Snapchat sollen künftig erst ab 14 Jahren erlaubt sein. Auch Großbritannien, Spanien, Dänemark und weitere Länder planen strengere Altersgrenzen.
Australien zeigt die Schwierigkeiten
Australien hat Social Media schon seit Dezember 2025 für unter 16-Jährige verboten. Eine Untersuchung zeigt aber: Mehr als 85 Prozent der Jugendlichen, die dazu befragt wurden, nutzten die Apps trotz Verbot.
Manche gaben ein falsches Alter an. Andere verwendeten ein fremdes Konto oder haben das Foto einer älteren Person hochgeladen. Das Beispiel zeigt: Ein Verbot kann nur wirken, wenn auch die Firmen, die diese Apps betreiben, die Altersgrenzen streng kontrollieren.
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