Warum es keine winzigen Dinosaurier gab

Warum es keine winzigen Dinosaurier gab

Es gab keine Dinosaurier, die so klein wie eine Maus waren. Warum eigentlich nicht? Forscher haben dafür eine mögliche Erklärung gefunden.

Wegen ihrer Größe werden Dinosaurier auch Giganten der Urzeit genannt
Wegen ihrer Größe werden Dinosaurier auch Giganten der Urzeit genannt
Stock Adobe/ BPawesome

Bei Dinosauriern denken viele sofort an riesige Tiere: an den Tyrannosaurus rex mit seinen scharfen Zähnen oder an Pflanzenfresser mit langen Hälsen. Doch nicht alle Dinosaurier waren Giganten. Manche wurden nur so groß wie ein Fuchs. Richtig winzige Arten gab es aber offenbar nicht. Kein bisher entdeckter Dinosaurier war ausgewachsen so klein wie eine Maus.

Rechnen statt ausgraben

Ein Forschungsduo vom Amerikanischen Museum für Naturgeschichte und von der Princeton-Universität wollte wissen, warum das so war. Dafür untersuchten die beiden nicht nur Fossilien. Sie verwendeten auch ein mathematisches Modell.

Damit lässt sich berechnen, welche Körpergröße für ein Tier besonders günstig sein könnte. Dabei spielen unter anderem die benötigte Nahrung, der Energieverbrauch und die Zahl der Nachkommen eine Rolle. Bei Säugetieren, Vögeln und Schildkröten passten die Ergebnisse gut zu den tatsächlich vorkommenden Größen. Bei Dinosauriern funktionierte das Modell jedoch nicht: Sie waren viel größer, als die Berechnungen erwarten ließen.

Kleine Säugetiere waren schon da

Die Körper der Dinosaurier allein können das Rätsel also nicht erklären. Deshalb vermuten die Forschenden, dass kleine Säugetiere eine wichtige Rolle spielten. Sie lebten bereits zur Zeit der Dinosaurier und hatten sich jene Lebensräume erobert, die für winzige Tiere besonders gut geeignet waren. Dort fraßen sie etwa Insekten oder Samen und fanden Verstecke vor größeren Tieren.

Für winzige Dinosaurier blieb dadurch möglicherweise kein Platz mehr. Sie hätten mit den kleinen Säugetieren um Nahrung und Lebensraum kämpfen müssen. Umgekehrt hielten große Dinosaurier die Säugetiere klein. Erst als die großen Dinosaurier ausstarben, konnten sich Säugetiere entwickeln, die so groß wie Pferde, Elefanten oder Wale wurden.

Wurden ihre Knochen nur noch nicht gefunden?

Vielleicht gab es winzige Dinosaurier, aber ihre kleinen Knochen sind einfach verloren gegangen. Auch diese Möglichkeit prüfte das Forschungsteam. Kleine und dünne Knochen zerbrechen tatsächlich leichter und sind schwerer zu entdecken.

Allerdings finden Forschende immer wieder winzige Knochen von Eidechsen, Säugetieren und anderen Tieren, die gemeinsam mit den Dinosauriern lebten. Wären damals auch mausgroße Dinosaurier herumgelaufen, müsste daher wahrscheinlich längst zumindest ein Fossil von ihnen aufgetaucht sein.

Die kleinsten Dinosaurier

Zu den kleinsten bekannten Dinosauriern gehört der Microraptor. Dieser gefiederte Jäger wog ungefähr 450 Gramm. Das ist zwar wenig, aber immer noch rund 200-mal so viel wie die kleinsten Säugetiere und Vögel der Gegenwart.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Vögel stammen von Dinosauriern ab und gehören deshalb streng genommen selbst zu ihnen. Als ihre Vorfahren fliegen lernten, konnten sie neue Lebensräume erobern und immer kleiner werden. Manche frühe Vögel wogen nur zehn bis 30 Gramm. Der kleinste heute lebende Vogel bringt sogar weniger als zwei Gramm auf die Waage.

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