Die Meere in Europa werden immer wärmer
Das Mittelmeer ist bis zu sechs Grad wärmer als sonst: Für viele Meerestiere wird die Hitze zum Problem. Fische fliehen, Quallen breiten sich aus und andere Tiere kämpfen ums Überleben.
Seit Wochen ist es in vielen Teilen Europas ungewöhnlich heiß. Felder trocknen aus, in Wäldern brennt es und ein Hitzerekord folgt auf den nächsten. Doch nicht nur die Luft heizt sich auf. Auch die Meere rund um Europa werden immer wärmer. In diesem Sommer sogar so stark wie noch nie.
Im Juli hatte das Mittelmeer an seiner Oberfläche durchschnittlich 27,1 Grad. Der bisherige Rekord aus dem Vorjahr lag bei 26,7 Grad. An manchen Stellen war das Meer sogar bis zu sechs Grad wärmer als sonst.
Meere nehmen Wärme auf
Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, warum Europas Meere so warm sind. Das Ergebnis: Der Klimawandel spielt dabei eine entscheidende Rolle. Durch ihn war das Mittelmeer während dieser Hitzewelle etwa zwei Grad wärmer.
Der Klimawandel wird vor allem durch das Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas verursacht. Dabei gelangt Kohlendioxid in die Luft. Dieses Gas hält Wärme auf der Erde fest. Einen großen Teil davon nehmen die Meere auf.
Fische auf der Flucht
Für Badegäste mag das warme Wasser angenehm sein. Für viele Meerestiere wird es gefährlich. Fische ziehen weiter nach Norden oder tauchen in kühlere Tiefen ab.
Dadurch erscheinen Tiere plötzlich an Orten, an denen sie früher kaum vorkamen. Vor der Küste Englands entdecken Fischer zum Beispiel immer mehr Gemeine Kraken. Eigentlich leben diese Tiere vor allem in den wärmeren Gewässern vor Nordafrika.
Nicht alle Tiere können vor der Hitze fliehen. Muscheln, Schwämme, Korallen und Seegras bleiben an ihrem Platz. Wird das Wasser zu heiß, können sie sterben. Damit verschwinden auch Nahrung und Verstecke für viele andere Meerestiere.
Ziehen bestimmte Fische weg, finden Delfine und Seevögel weniger zu fressen. So verändert die Wärme nach und nach das ganze Leben im Meer.
Quallen breiten sich mehr aus
Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff als kaltes. Fische brauchen diesen Sauerstoff zum Atmen. Wird er knapp, müssen sie fliehen oder sie sterben.
Quallen kommen mit warmem Wasser und wenig Sauerstoff oft besser zurecht. Deshalb können sie sich an manchen Küsten stärker vermehren. Auch einige winzige Algen breiten sich bei Wärme besonders schnell aus. Manche davon bilden Gifte, die Fische, Muscheln und Seevögel krank machen.
Kühlt sich das Wasser im Herbst ab, endet zwar die Hitzewelle im Meer. Das Problem bleibt jedoch. Steigt die Temperatur der Erde weiter, werden solche Hitzewellen häufiger. Für viele Meerestiere verändert sich ihr Zuhause dann schneller, als sie sich daran gewöhnen können.
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