So ein Stress! Was tun, wenn alles zu viel wird?

So ein Stress! Was tun, wenn alles zu viel wird?

Stress hilft, zu überleben. Stress kann aber auch krank machen. Warum Pausen wichtig sind!

Keine Sorge! Auch wenn alles zu viel erscheint, es gibt immer Hilfe
Foto: Adobe Stock

Hier eine Prüfung, dort ein Test und dazwischen noch ein Referat: Gerade jagt in der Schule eine Überprüfung die nächste. Dazu kommen Sorgen wegen der Coronakrise, dem Krieg in der Ukraine und dem Klimawandel. Deine Eltern machen Druck wegen der Noten. In der Klasse wirst du ausgeschlossen. Es gibt Streit in der Familie. Das Geld ist überall knapp. Kein Wunder, dass dir alles zu viel wird und du nur noch Stress hast.

Du bist nicht allein. Wie eine Befragung Anfang des Jahres ergeben hat, ergeht es vielen Kindern und Jugendlichen in Österreich so. Mehr als die Hälfte der Befragten sagten, dass sie regelmäßig unter Stress stünden. Mehr als die Hälfte fühlen sich auch einsam, hoffnungslos und überfordert. Das alles ist nicht nur für deine Stimmung schlecht, sondern kann richtiggehend krank machen.

Was ist Stress genau?

Stress ist im Grunde ein Überlebenstrick: Sobald wir uns in Gefahr befinden, schüttet unser Körper das Hormon Adrenalin aus. Dieser Stoff sorgt dafür, dass unser Blutdruck steigt und das Herz schneller schlägt. Die Muskeln spannen sich an, wir atmen schneller und tiefer. Damit ist unser Körper besser darauf vorbereitet, zu kämpfen oder zu flüchten. Sobald die Gefahr vorüber ist, entspannen wir uns wieder. Stress ist also etwas Nützliches und kann uns das Leben retten.

Ist Stress also gut?

„Jeder Mensch braucht ein bisschen Stress, um sein Leben zu meistern“, erklärt die Ärztin Marguerite Dunitz-Scheer. Denn Stress macht den Körper aktiv. „Zum Beispiel, wenn in der Früh der Wecker klingelt und man aus dem Schlaf gerissen wird, ist das auch eine Form von Stress. Das ist wichtig, denn so wird man munter. Ohne Stress würden wir wahrscheinlich im Bett bleiben“, sagt die Ärztin. Stress spornt uns also an und verbessert unsere körperliche und geistige Leistung. Sportler können so bei einem Wettkampf schneller lossprinten, bei Prüfungen können wir uns durch den Stress besser konzentrieren. Stress kann unser Leben retten. Zum Beispiel, wenn man über den Zebrastreifen geht und plötzlich ein Auto kommt. Dann ist es wichtig, dass man Stress bekommt und sofort auf die Seite springt.

Wann macht Stress krank?

Wenn wir zu viel davon haben. Nach der Anstrengung muss sich der Körper entspannen und erholen. Wenn man immer gestresst ist, ist man wie eine Maschine, die dauernd unter Strom steht und auf Vollgas läuft. Wir brauchen also eine Ruhepause, um Kraft zu tanken. Wenn wir keine Pausen machen, überanstrengt das unseren Körper, die Abwehrkräfte werden geschwächt und wir werden schneller krank. Es ist also wichtig, dass das Gleichgewicht zwischen Stress und Erholung stimmt.

Wie spüre ich, dass es zu viel wird?

Jeder Mensch reagiert auf Stress anders. Viele sind angespannt, nervös und schlafen schlecht. Stress kann aber auch Kopfweh oder Bauchweh auslösen oder den Hunger verderben. Zu viel Stress sorgt meistens für schlechte Laune, manche Kinder sind dann besonders laut, andere ziehen sich zurück. Umso wichtiger ist es also, dass jeder Mensch lernt, mit Stress richtig umzugehen.

Tipps gegen Stress:

  • Beweg dich!
    Schon 20 Minuten Laufen oder Ballspielen können dem Körper helfen, Stress abzubauen.
  • Reden hilft
    Wenn du Stress hast, kann es auch helfen, wenn du mit deiner Familie und Freunden darüber redest.
  • Drei gute Gründe
    Wenn du vor einer schwierigen Aufgabe wie einer Prüfung stehst, überlege dir zuerst, was du bisher schon alles geschafft hast. Du kannst dir auch jeden Tag drei Dinge aufschreiben, die du gut gemacht hast. Wenn du Stress hast, schaust du dir dann die Liste an.
  • Mach eine Pause!
    Zieh dich zwischendurch zurück, hör deine Lieblingsmusik oder leg dich hin und schlaf ein bisschen. Schlaf hilft dem Körper, sich zu entspannen.
  • Keine gute Idee!
    Wenn du gestresst bist, solltest du dich nicht vor den Fernseher oder den Computer setzen. Die vielen Bilder und Eindrücke können den Stress noch verstärken.

Hier gibt es Hilfe:

Du brauchst jemanden zum Reden? Die kostenlose Beratung „Rat auf Draht“ hilft dir. Und zwar rund um die Uhr unter der Telefonnummer 147 (ohne Vorwahl).

Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr kannst du auf der Webseite von „Rat auf Draht“ Beratern schreiben. Das ist die Adresse: www.rataufdraht.at