Noch nie waren die Meere so warm
Fachleute warnen: Die Ozeane heizen sich immer weiter auf. Das kann Folgen für Wetter, Stürme, Tiere und Menschen haben.
Am Meer klingt Sommer oft so: Schuhe ausziehen, den Sand zwischen den Zehen spüren und dann rein in die kühlen Wellen. Doch genau diese kühlen Wellen sind gerade in vielen Meeren nicht mehr so kühl. Zu Beginn des Sommers waren die Weltmeere an ihrer Oberfläche so warm wie noch nie zu dieser Jahreszeit.
Gemessen wurde das am 21. Juni. Das ist der Tag des Sommerbeginns auf der Nordhalbkugel. Die Zahlen kommen von Copernicus. So heißt ein Klima-Dienst der Europäischen Union (EU). Dort sammeln Fachleute Wetter- und Klima-Daten aus der ganzen Welt.
An diesem Tag lag die Temperatur an der Oberfläche der Weltmeere bei etwa 21 Grad Celsius. Für die riesigen Weltmeere ist so ein Wert sehr hoch.
Dabei geht es nicht um die Temperatur an einem einzelnen Strand. Die Fachleute berechnen einen Durchschnitt für die Meeresoberfläche fast der ganzen Welt. Die Polarregionen werden dabei nicht mitgezählt. Für die Messungen verwenden sie Daten von Schiffen, Bojen und Satelliten.
Warum werden die Meere wärmer?
Dass die Meere immer wärmer werden, hat mehrere Gründe. Der wichtigste ist der Klima-Wandel. Menschen verbrennen Kohle, Öl und Gas. Dadurch gelangen viele Treibhausgase in die Luft. Sie halten Wärme zurück und sorgen dafür, dass sich die Erde erwärmt. Die Meere nehmen einen großen Teil dieser zusätzlichen Wärme auf.
Dazu kommt gerade El Niño. So nennt man ein natürliches Klima-Phänomen im Pazifik. Es tritt alle paar Jahre auf. Dabei wird in einem großen Teil dieses Ozeans das Wasser besonders warm. Das kann das Wetter in vielen Teilen der Welt verändern. Manche Regionen bekommen dann mehr Hitze und Trockenheit. In anderen Regionen kann es besonders stark regnen.
Warum ist das ein Problem?
Warme Meere verändern auch das Wetter an Land. Wenn das Meer wärmer ist, verdunstet mehr Wasser. Dadurch kommt mehr Feuchtigkeit in die Luft. Das kann starke Regenfälle begünstigen.
Außerdem steckt in warmem Meerwasser viel Energie. Diese Energie kann Stürme kräftiger machen.
Auch für Tiere und Pflanzen im Meer ist Wärme ein Problem. Korallen, Fische und viele andere Lebewesen sind an bestimmte Temperaturen angepasst. Wird das Wasser zu warm, haben sie Stress. Manche Tiere wandern in kühlere Gebiete. Andere schaffen das nicht.
Kommen noch mehr Rekorde?
Fachleute rechnen damit, dass es noch mehr Rekorde geben könnte. Denn die Meere sind oft erst im Juli oder August besonders warm. Außerdem hat El Niño gerade erst begonnen. Deshalb könnten in den nächsten Monaten weitere Wärme-Rekorde folgen.
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