Gespensterfisch erstmals in der Tiefsee gefilmt

Gespensterfisch erstmals in der Tiefsee gefilmt

Durchsichtiger Kopf und Augen wie Röhren: Forscherteam filmten das erste Mal einen lebenden Gespensterfisch dieser Art. Doch in der Tiefsee warteten noch weitere Überraschungen.

Röhrenaugen, durchsichtiger Kopf: Gespensterfische sehen einzigartig aus
Imago/David Shale

35 Tage lang war ein internationales Forschungsteam auf dem Atlantik unterwegs. Rund 1300 Kilometer vor der Küste Brasiliens untersuchte es eine Region, über die man bisher nur wenig weiß. Eigentlich suchten die Forschenden dort nach besonderen Stellen am Meeresboden. Doch dann schwamm plötzlich ein Tier vor ihre Kamera, das noch nie zuvor lebend in seinem natürlichen Lebensraum gefilmt worden war.

Zuerst vermaß das Team die Region mit einem Sonar. Dieses Gerät sendet Schallwellen aus. An ihrem Echo kann man erkennen, wo sich etwas unter Wasser befindet. Für Filmaufnahmen und Proben kam ein ferngesteuerter Tauchroboter zum Einsatz.

Fisch tauchte vor der Kamera auf

In 710 Metern Tiefe passierte dann etwas Spektakuläres: Vor der Kamera erschien ein Gespensterfisch der Art Winteria telescopa. Man nennt solche Tiere auch Röhrenaugenfische. Noch nie zuvor war diese Art lebend in ihrem natürlichen Lebensraum gefilmt worden.

Warum ist sein Kopf durchsichtig?

Der Name Röhrenaugenfisch passt gut: Seine beiden Augen sehen wie kleine Röhren aus. Sie liegen unter einer durchsichtigen Kuppel am Kopf, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Mit den besonderen Augen kann der Fisch selbst schwaches Licht wahrnehmen.

Die Kuppel ist allerdings sehr empfindlich. Wird ein Fisch mit einem Netz aus der Tiefsee geholt, kann sie zusammenfallen. Das Tier sieht dann anders aus als in seinem Lebensraum. Deshalb sind die neuen Aufnahmen für die Forschung besonders wertvoll.

Der Gespensterfisch war nicht die einzige Entdeckung. Das Team filmte außerdem zwei seltene GroßflossenKalmare. Diese Tintenfische leben besonders tief im Meer. Ihre dünnen Arme und Tentakel können bis zu acht Meter lang werden.

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