Experiment: Wenn im Hinterhof Überraschungen blühen

Experiment: Wenn im Hinterhof Überraschungen blühen

Zwischen Geröll, Schotter und Asphalt entdecken Jakob und Emma wunderschöne Blumen. Aber wie kamen die Samen dieser Blumen dorthin?

Wie kam der Samen dieser Mohnblume in den Hinterhof der Schule?
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Endlich Frühling! Die Sonne scheint. Es ist wieder warm und überall blüht es. Jakob und Emma wollen heute den Garten ihrer Schule entdecken. Noch nie waren sie in der hintersten Ecke ihres Schulgeländes. Dort, versteckt hinter Büschen, durch die sie sich kämpfen müssen, dort, wo es eigentlich nur noch Geröll und Schotter gibt, erleben sie eine Überraschung.

Sie finden viele Blumen, die auf diesem kargen Untergrund gewachsen sind. Wie sind die Blumen wohl da hingekommen? Die Kinder rätseln.

Die Lösung:

Die Samen können auf unterschiedliche Weise in die hinterste Ecke des Schulgartens gelangt sein:

Vielleicht wurden die Samen durch den Wind verbreitet: Blumensamen haben nämlich Flügel oder Haare und fliegen weit, bis sie irgendwann landen und dort wachsen. Du kennst vielleicht den Löwenzahn oder den Feldahorn. Beide machen das so.

Pflanzen wie der Mohn streuen ihre Samen einfach aus der Kapsel aus, die aus ihrer Blüte entstanden ist. Manche Pflanzen schleudern ihre Samen richtig weit heraus, wenn man sie berührt – das Springkraut zum Beispiel.

Vielleicht waren aber auch Tiere am Werk? Vögel fressen die Kirschen, die Kerne scheiden sie mit ihrem Kot wieder aus. Oder denke an die Kletten – diese bleiben im Pelz von Tieren hängen und lassen sich so mitnehmen, bis sie wieder irgendwo abgestreift werden, zu Boden fallen und austreiben.

Vielleicht waren es aber auch Kinder, die ihre Samenbomben geworfen haben?

Hast auch du Lust, deine eigene kleine Blumenwiese auf sandig-schottrigem Boden zu pflanzen? Dann findest du die Anleitung hier. Der Vorteil: Solche „Samenbomben“ bringen alles Notwendige mit, um auch bei schlechten Ausgangsbedingungen aufzugehen. Such dir einen oder mehrere Orte in deiner näheren Umgebung, wo du deinen Pflanzen dann beim Wachsen regelmäßig zuschauen kannst. Ob grüne Verkehrsinseln, Wegränder oder Grünstreifen, die nicht regelmäßig von Tieren oder Passanten zertrampelt werden, ein Sandhaufen am Wegrand

Das brauchst du:

● eine größere Schüssel
● einen Rührlöffel
● Wasser
● Katzenstreu, die Bentonit enthält
● Mörser oder Plastikschüssel mit einem faustgroßen Stein zum Mörsern der Katzenstreu
● eine Unterlage zum Trocknen der Samenbomben z. B. Eierschachtel oder Backblech oder Zeitungspapier (zum Beispiel von der Kleinen Zeitung )
● 1 Teelöffel Samen (bei größeren Samen kann es mehr sein z. B. Kamille, Klatschmohn, Kapuzinerkresse, Sonnenblumen, Kornblumen oder auch selbst gesammelte Samen vom Löwenzahn)
● 4–5 Esslöffel Garten- oder Komposterde
● 4–5 Esslöffel Tonerde (gibt es in der Apotheke), Urgesteinsmehl aus dem Baumarkt oder gemörserter Bentonit (Katzenstreu mit Bentonit gibt es in fast jedem Supermarkt)

So geht’s:

Du musst alle trockenen Zutaten wie Samen und Erde vermischen.

Die Katzenstreu musst du zuvor in eine Schüssel geben und mit dem Stein zerkleinern – oder wenn du einen Mörser hast, dann damit.

Nun gibst du die zerriebene Katzenstreu oder etwas Tonerde dazu und mischt alles nochmals gründlich durch. Nun nur noch etwas Wasser hinzufügen, bis ein geschmeidiger, aber noch fester Teig entsteht. Aus diesem Gemisch formst du nun Kugeln in der Größe von Tischtennisbällen.

Leg die fertigen Samenbomben in eine leere Eierschachtel und lass sie ein paar Tage trocknen.

Nun kannst du deine Samenbomben an einer geeigneten Stelle fallen lassen. Du musst aber auf das Wetter achten: Ist es noch zu kalt und der Boden gefroren, dann warte noch ab! Wenn du die Samenbomben aufbewahren möchtest, musst du sie nur kühl und trocken lagern, dann halten sie bis zu zwei Jahre lang.

Das Experiment wurde uns von der ARGE KIWI zur Verfügung gestellt. Die alleinige Verantwortung liegt bei der ARGE KIWI. Die ARGE KIWI bietet Workshops und Fortbildungen für Schulen und Kindergärten an.