Elke Kahr: Graz hat eine neue Bürgermeisterin

Elke Kahr: Graz hat eine neue Bürgermeisterin

Was an der neuen Bürgermeisterin von Graz besonders ist und welche Aufgaben Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben.

Elke Kahr wurde am Mittwoch zur neuen Grazer Bürgermeisterin gewählt
Foto: Imago
Bürgermeisterin Elke Kahr (Mitte) mit Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) und dem Grazer SPÖ-Chef Michael Ehmann
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Vor rund sieben Wochen hat es in Graz Wahlen gegeben. Wir haben darüber berichtet. Dabei landete die Kommunistische Partei (KPÖ) auf dem ersten Platz. Das hat für viel Wirbel gesorgt. Am gestrigen Mittwoch wurde Elke Kahr von den Grazer Gemeinderätinnen und Gemeinderäten zur neuen Bürgermeisterin gewählt.

Warum ist die Wahl von Elke Kahr etwas Besonderes?

Erstens: Elke Kahr ist die erste Bürgermeisterin von Graz. Vor ihr waren nur Männer im Amt. Kahr löst Siegfried Nagl ab, der 18 Jahre lang Bürgermeister war. Mit Anfang November hat es in ganz Österreich 2.095 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gegeben. Nur 200 davon waren Frauen.

Zweitens: Elke Kahr ist die Chefin der Kommunistischen Partei in Graz. Mit ihr wird zum ersten Mal eine Kommunistin in Österreich Bürgermeisterin. Dass die KPÖ bei den Wahlen gewonnen hat, hat viele Menschen erstaunt. Sogar im Ausland ist darüber berichtet worden. Warum? Dabei geht es um die Vergangenheit der Kommunistischen Partei weltweit. Die Partei hat schlimme Dinge zugelassen und beauftragt. Dabei sind auch Menschen gestorben. Die Kommunistische Partei in Graz hat damit aber nichts zu tun. Sie verurteilt auch alles Schlechte, was Menschen im Namen der Partei gemacht haben.

Warum wurde Kahr gewählt? In Graz haben Elke Kahr und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hart gearbeitet. Sie haben sich in den vergangenen Jahren um viele Anliegen der Grazerinnen und Grazer gekümmert, vor allem darum, dass auch die ärmeren Menschen leistbare Wohnungen haben. Viele Menschen haben Elke Kahr deshalb bei der Wahl ihre Stimme gegeben.

Regiert die Bürgermeisterin alleine?

Nein, natürlich nicht. In vielen Gesprächen mit anderen Parteien hat sich Elke Kahr Partnerinnen und Partner gesucht. Die KPÖ wird mit den Grünen und der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ) eine sogenannte Koalition bilden. Dabei schließen sich zwei oder mehrere Parteien zusammen und regieren gemeinsam. Die neue Grazer Koalition will unter folgendem Leitspruch zusammenarbeiten: „Gemeinsam für ein neues Graz. Sozial. Klimafreundlich. Demokratisch.“

Welche Aufgaben hat eine Bürgermeisterin/ein Bürgermeister?

Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind die Chefinnen und Chefs einer Stadt oder einer Gemeinde. Zu einer Gemeinde gehören meist mehrere nebeneinanderliegende Orte. Sie werden gemeinsam regiert. Hier kannst du mehr dazu lesen! Nicht alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben die gleichen Aufgaben. Das hängt von der Größe der Stadt oder Gemeinde ab.

Hier ein kleiner Überblick über einige der vielen Aufgaben:

  • Sprechstunden: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind Ansprechpersonen, wenn es um Fragen, Sorgen und Anliegen der Einwohner ihrer Gemeinde oder Stadt geht.
  • Sie vertreten ihre Stadt oder Gemeinde nach außen, zum Beispiel bei Eröffnungen oder anderen Feierlichkeiten. Oft halten sie dort Reden.
  • Sie stehen dem Gemeinderat vor. Der Gemeinderat kann verschiedene Gesetze für die Gemeinde beschließen. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister leiten die Treffen des Gemeinderates und schauen, dass diese ordnungsgemäß ablaufen. Bei Abstimmungen im Gemeinderat dürfen sie mitstimmen.
  • Gibt es eine Katastrophe (zum Beispiel schlimmes Hochwasser), dann werden Bürgermeister zu Krisenmanagern (sprich: krisenmänädschern). Sie müssen schauen, dass alles gut abläuft und alle Menschen, die Hilfe brauchen, Hilfe bekommen.
  • Bürgermeisterinnen und Bürgermeister müssen offizielle Veranstaltungen genehmigen.
  • Sie sind auch dafür verantwortlich, dass die Kinderbetreuung in der Gemeinde funktioniert.
  • Soll ein neues Gebäude in der Gemeinde gebaut werden, müssen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister das bewilligen.
  • Sie stehen auch dem Amt vor, bei dem man sich anmeldet, wenn man in eine Stadt oder einen Ort zieht. Man nennt das Meldeamt.