Ostsee: Wal konnte sich befreien
Tagelang steckte ein Buckelwal vor der deutschen Ostseeküste auf einer Sandbank fest. Viele Menschen haben ihm dabei geholfen, sich zu befreien.
Tiefe, brummende Laute hallten über das Wasser. Am Strand blieben Menschen stehen und konnten kaum glauben, was sie sahen: Vor der deutschen Ostseeküste steckte ein riesiger Buckelwal auf einer Sandbank fest.
Das Tier war gewaltig: etwa 12 bis 15 Meter lang und rund 15 Tonnen schwer. Hilflos lag der Wal im flachen Wasser, schnaubte und versuchte, sich zu befreien. In der Nacht auf Freitag scheint ihm das gelungen zu sein. Zumindest war der Buckelwal am Freitagfrüh verschwunden, als Fotografen und Journalisten das Wasser absuchten.
Schwierige Rettungsversuche

Viele Menschen versuchten, dem Wal zu helfen. Doch das war nicht einfach. Mehrere Rettungsversuche scheiterten. Selbst das Hochwasser in der Nacht reichte nicht, um das Tier zurück ins tiefere Wasser zu tragen. Ein erster Versuch mit einem kleinen Saugbagger schlug fehl.
Dann gruben die Helferinnen und Helfer mit einem Schwimmbagger eine Rinne in den Sand. Meter für Meter kämpfte sich der Wal hindurch.
Das Tier zeigte sich immer aktiver. Die Helfer versuchten es mit Lärm anzuspornen: Sie hupten, trommelten und riefen. Auch der Wal selbst gab lautes Brummen von sich. Dann wurde es dunkel, nur noch wenige Meter fehlten bis ins tiefere Wasser. Die Aktion musste abgebrochen werden.
Doch in der Nacht schaffte der Wal es alleine. Als Fotografen und Journalisten am Morgen das Wasser absuchten, war das Tier verschwunden.
Noch ist die Gefahr für den Buckelwal nicht ganz vorbei. Die Ostsee ist kein Ort, an dem Buckelwale normalerweise leben. Das Wasser dort ist weniger salzig als in ihren üblichen Lebensräumen. Das Tier muss also erst noch den Weg in die Nordsee und weiter in den Atlantik finden.
Warum stranden Wale?
Wale finden sich unter Wasser normalerweise sehr gut zurecht. Dabei hilft ihnen eine Art eingebautes Ortungssystem. Sie senden Schallwellen aus und hören, wie diese zurückkommen. So können sie einschätzen, was um sie herum ist.
Doch über flachem, sandigem Meeresgrund funktioniert das nicht immer zuverlässig. Dann bemerkt ein Wal womöglich zu spät, dass das Wasser immer seichter wird.
Es gibt noch andere Gründe, warum Wale stranden können. Manche Tiere sind krank oder verletzt. Junge Wale sind oft neugierig und schwimmen in unbekannte Gebiete. Auch Lärm unter Wasser, zum Beispiel von Schiffen, kann ihre Orientierung stören. Und manchmal ist es einfach ein Unglück: Der Wal gerät ins flache Wasser und findet nicht mehr hinaus.

Der Buckelwal
Größe: Buckelwale gehören zu den größten Tieren der Erde.
Gewicht: Ein ausgewachsener Buckelwal kann bis zu 35 Tonnen wiegen. Das ist so schwer wie fünf ausgewachsene Elefanten zusammen.
Alter: Manche werden bis zu 90 Jahre alt.
Lebensraum: Sie leben in Meeren rund um die Welt, von eisigen Polarregionen bis in warme Tropengewässer.
Besonderheit: Besonders auffällig sind ihre langen Brustflossen.
Sie machen etwa ein Drittel ihrer Körperlänge aus.
Gesang: Buckelwale singen. Und das richtig gut: Ihre Lieder sind so lang und abwechslungsreich wie die von keinem anderen Tier auf der Welt.
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