Paralympics in Peking: Nichts kann sie stoppen

Paralympics in Peking: Nichts kann sie stoppen

Zum Start der Paralympics in Peking am Freitag (4. März): Viele der Sportler erlebten schlimme Schicksalsschläge, die sie mit eisernem Willen überwunden haben. Eine davon ist Langläuferin Carina Edlinger.

Carina Edlinger beim Einsatz auf der Loipe
Foto: Imago
Carina mit ihrem Bruder Julian Edlinger – eine Zeit lang war Julian Carinas Guide
Foto: Imago

Von 4. bis 13. März 2022 finden in Peking in China die 13. Paralympischen Winterspiele statt. Die Paralympischen Spiele werden auch Paralympics (sprich: paralümpiks) genannt. Das ist ein internationaler sportlicher Wettbewerb, bei dem sich Menschen mit Beeinträchtigungen aus der ganzen Welt miteinander messen. Auch Österreich schickt Sportlerinnen und Sportler nach Peking. Insgesamt sind es 16 Athletinnen und Athleten. Dazu kommen sechs sogenannte „Guides“ (sprich: gaids). „Guide“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt Führer oder Wegweiser. Einige Sportlerinnen und Sportler brauchen bei den Wettkämpfen nämlich Unterstützung.

Schwieriger Weg

So zum Beispiel Carina Edlinger (23). Die 23-jährige Langläuferin sieht nämlich kaum mehr etwas. Sie hat eine sehr seltene Erkrankung, die sie immer weniger sehen lässt. Mit zwölf Jahren hat sie von ihrer Erkrankung erfahren. „Mit der Pubertät ist es immer schlechter geworden“, erzählte sie in einem Interview. Dass sie schlecht sieht, hat sie jedoch nicht davon abgehalten, richtig gut im Langlaufen zu werden. Auf der Langlaufbahn direkt vor ihrem Zuhause hat sie ihrem Bruder nachgeeifert. Der Bruder hatte nämlich großes Talent – und Carina auch, wie sich bald herausstellte. Der Sport habe Carina auch geholfen, mit ihrer Krankheit besser umzugehen. Viele Dinge konnte Carina nämlich nicht so wie ihre Freundinnen und Freunde machen, einfach ausgehen oder den Führerschein machen zum Beispiel.

Treuer Begleiter

Seit drei Jahren hat Carina einen neuen ständigen Begleiter: Labrador Riley. „Er ist mein Ein und Alles. Nicht nur meine ausgelagerten Augen. Er hilft auch sehr viel, wenn es einem insgesamt nicht gut geht. Mit einer Kuscheleinheit ist fast alles bald wieder gut.“ Klar, dass Riley auch mit nach Peking gereist ist. Der lange Flug habe dem Tier nichts ausgemacht. Zur Belohnung gab es zwischendurch einen Apfel. Nach Äpfel ist Riley nämlich richtig verrückt.

Carina Edlinger tritt in Peking übrigens nicht nur im Langlauf (Skating-Sprint) an. Auch Biathlon steht auf dem Programm. Neben dem Langlaufen wird dabei mit einem Laser-Gewehr (sprich: läser) auf Zielscheiben geschossen. Natürlich ohne Kugeln, die verletzen könnten. Carina macht das mithilfe eines Tons, ein sogenanntes akustisches Signal.  Sie bezeichnet das Signal als „Einparkhilfe“.

Carina mit Riley beim Wandern Foto: Instagram/Carina Edlinger

Steckbrief:

Disziplinen: Langlauf und Biathlon
Geboren am 13. August 1998 in Bad Ischl in Oberösterreich
Alter: 23 Jahre
Wichtige Erfolge:

  • vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin
  • 2017: Gold bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften der Behinderten (Skating-Sprint)
  • 2018: Paralympics-Dritte über 7,5 Kilometer im klassischen Langlauf

Guide: Lorenz Lampl
Ständiger Begleiter: Labrador Riley
Auszeichnungen: Österreichische Sportlerin des Jahres mit Behinderung 2019 und 2021

Das österreichische Team in Peking

Ski alpin: Barbara Aigner (Niederösterreich/Guide Klara Sykora), Johannes Aigner (Niederösterreich/Guide Matteo Fleischmann), Veronika Aigner (Niederösterreich/Guide Elisabeth Aigner), Markus Gfatterhofer (S), Thomas Grochar (Kärnten), Eva-Maria Jöchl (Tirol), Nico Pajantschitsch (Kärnten), Roman Rabl (Tirol), Manuel Rachbauer (Tirol), Markus Salcher (K), Michael Scharnagl (Tirol/Guide Florian Erharter), Christoph Schneider (Salzburg), Elina Stary (Kärnten/Guide Celine Arthofer)

Ski nordisch (Biathlon und Langlauf): Carina Edlinger (Salzburg/Guide Lorenz Lampl)

Snowboard: Rene Eckhart (Tirol), Bernhard Hammerl (Tirol)