Klimawandel: Für die Gletscher kommt jede Hilfe zu spät

Klimawandel: Für die Gletscher kommt jede Hilfe zu spät

Für die heimischen Gletscher gibt es keine Hilfe. Sie schmelzen. Schuld ist die Erderwärmung.

Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts werden die Gletscher in Österreich verschwunden sein
Foto: Imago
Die Pasterze früher und heute: rund 100 Jahre liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen
Foto: Österreichischer Alpenverein

Um die Gletscher in Österreich steht es schlecht. Sie schmelzen immer weiter. Auch der größte heimische Gletscher, die sogenannte Pasterze, ist betroffen. Die Pasterze ist acht Kilometer lang. Sie ist mit dieser Größe auch der längste Gletscher in den Ostalpen. Seit vielen Jahren wird die Pasterze immer kleiner. Das Eis schmilzt. In den vergangenen 166 Jahren ist die Fläche des Gletschers fast um die Hälfte geschrumpft. Jetzt droht die Gletscherzunge abzubrechen. Man bezeichnet das Eis als Zunge, weil es die Form einer Zunge hat. Das Abbrechen der Zunge könnte laut Experten schon heuer im Sommer passieren. Innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre dürfte die Gletscherzunge dann komplett schmelzen.

Schuld an dem Schmelzen des Gletschers ist der Klimawandel. Durch die Erderwärmung wird es immer heißer. Es regnet weniger und im Winter fällt weniger Schnee.

Gibt es noch Hoffnung für die heimischen Gletscher?

Viele Expertinnen und Experten sind sich sicher, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Der Kampf um die Gletscher sei schon verloren. Sowohl die Gletscher als auch das Polareis würde in den kommenden Jahrhunderten weiter schmelzen.

  • Die Folgen:
    Der Meeresspiegel steigt. Städte in den Niederlanden, London, Kopenhagen könnten ebenso wie Bangladesch (Asien), Inselstaaten im Pazifik oder Los Angeles in den USA überschwemmt werden. Sie alle würden nämlich unter dem Meeresspiegel liegen. Der Meeresspiegel könnte nämlich um zehn bis 30 Meter steigen.
  • Flüsse führen weniger Wasser. Weil in vielen Flüssen Strom produziert wird, würde es auch weniger Strom aus Wasserkraft geben. Auch das Trinkwasser wird weniger.

Was muss dennoch getan werden?

Es bleibt weiterhin wichtig, dass weniger Kohlendioxid (CO2) produziert wird. Das ist ein schädliches Gas, das die Erderwärmung antreibt. Kohlendioxid entsteht zum Beispiel beim Verbrennen von Gas und Öl.

Gut zu wissen: Die nächste Klimakonferenz findet im November in Ägypten statt. Dort treffen sich Politikerinnen und Politiker, um zu diskutieren, wie der Klimawandel verlangsamt werden kann. Außerdem sollen dort weitere Regeln beschlossen werden, wie die Erderwärmung unter 1,5 Grad bleiben kann. Für die Gletscher gäbe es zwar keine Hoffnung mehr, schlimme Wetterereignisse könne man aber noch aufhalten. Gemeint sind Flutwellen, Tropenstürme oder Hitzewellen. Sie werden durch den Klimawandel immer häufiger.

Was ist ein Gletscher?

Als Gletscher bezeichnet man große Schnee- und Eismassen, die das ganze Jahr über nicht schmelzen. Man findet sie deshalb nur in sehr kalten Gegenden, etwa in Hochgebirgen und an den Polen. Wenn es immer wieder schneit und sich immer mehr Schnee sammelt, wird die Schneedecke sehr schwer. Der Schnee wird dadurch zusammengepresst, zuerst zu einer sogenannten Firnschicht, dann zu dichtem Eis. Gletscher schimmern oft bläulich. Licht besteht nämlich aus verschiedenen Farben, ohne dass man das mit freiem Auge sieht. Das dichte Gletschereis schluckt alle Farben, nur nicht Blau. Das blaue Licht wird zurückgeworfen. Das kannst du dir so vorstellen wie einen Spiegel, der dein Bild zurückwirft. Da vom Gletscher nur das blaue Licht zurückgeworfen wird, sieht der Gletscher blau aus.

Die Gletscher in den Alpen stammen aus der letzten Eiszeit, die vor etwa 15.000 Jahren endete. Rund zehn Prozent der Erde sind noch vergletschert. Seit rund 150 Jahren wird aber beobachtet, dass das ewige Eis weniger wird. Dass die Gletscher schmelzen, ist also nicht neu. Das Tempo, mit dem die Gletscher nun zurückgehen, wird aber höher.