Das Ende eines Eisriesen
Er war einmal so groß wie das Burgenland und galt als einer der größten Eisberge der Welt. Nun zeigt ein Satellitenbild: Von A23a ist nur noch wenig übrig.
Ein spektakuläres Satellitenbild aus dem Weltraum zeigt: Einer der größten Eisberge der Welt zerfällt endgültig. Auf dem Foto ist zu sehen, was noch von dem Riesen übrig ist. Und das ist nicht mehr viel. Der König der Eisberge wird bald Geschichte sein.
Eine 40 Jahre lange Reise
Dieser Eisberg hat die Bezeichnung A23a. Außergewöhnlich ist vor allem die Geschichte des einstigen Giganten. Im Jahr 1986, also vor fast 40 Jahren, brach A23a von der Antarktis ab. Genauer gesagt vom Filchner-Ronne-Schelfeis. Das ist eine riesige Eisplatte, die am Südpol auf dem Meer schwimmt. Dass Eisberge dort abbrechen, ist ganz normal. Die Eisplatten wachsen ständig, weil neuer Schnee darauf fällt. Irgendwann bricht ein Stück ab, so wie bei A23a.
Dieser Eisberg war damals ungefähr 4000 Quadratkilometer groß. Das entspricht der Fläche des Burgenlandes.
Festgeklebt am Meeresboden
Doch A23a lief bald auf Grund und blieb über 30 Jahre lang am Meeresboden stecken. Er war dort wie festgeklebt! Erst im Jahr 2000 löste er sich. Aber auch danach kam er nicht weit. Meeresströmungen hielten ihn gefangen. Er drehte sich im Kreis, immer wieder am selben Ort.
Bis zum November 2023. Der Eisberg trieb plötzlich davon, raus aus den eiskalten antarktischen Gewässern in Richtung Norden. Damit war sein Schicksal besiegelt. Denn je weiter ein Eisberg nach Norden kommt, desto wärmer wird das Wasser. Für A23a wird es gefährlich. Die höheren Temperaturen lassen ihn schmelzen. Auch große Wellen setzen ihm zu und brechen Stücke ab.
Der Satellit zeigt, wie stark er geschrumpft ist
Ein Satellitenbild vom 20. Dezember zeigt, wie sehr A23a in den letzten Jahren geschrumpft ist. Es hat den Eisberg nordwestlich der Insel Südgeorgien im Südatlantik aufgenommen. Südgeorgien liegt weit südlich von Südamerika, auf halber Strecke zwischen der Südspitze Amerikas und der Antarktis. Dort ist es zwar kalt, aber längst nicht so eisig wie am Südpol.
Auf der Aufnahme sieht man, dass A23a nur noch etwa 1000 Quadratkilometer misst. Er hat also bereits drei Viertel seiner Größe verloren. Um ihn herum schwimmen viele kleine Eisberge – die abgebrochenen Teile des Riesen.
Warum schmilzt er?
Dass Eisberge schmelzen, ist normal. Aber Wissenschaftler beobachten, dass es immer schneller geht. Das liegt am Klimawandel. Wenn wir mit Autos fahren, wenn Fabriken arbeiten oder wenn wir heizen, entstehen Abgase. Diese Gase, vor allem CO2, wirken wie eine Decke um die Erde und lassen sie wärmer werden. Dadurch wird es auch in der Antarktis wärmer. Mehr Eisberge brechen ab, und sie schmelzen rascher.
Das Ende naht
A23a treibt weiter in noch wärmere Gewässer. Bald wird er sich vollständig aufgelöst haben. Nach 40 Jahren wird damit der einstige König der Eisberge bald gänzlich verschwunden sein.
Wissenswertes über A23a
Supergewicht: A23a wog eine Billion Tonnen. Das ist eine 1 mit zwölf Nullen!
Dickes Eis: Der Eisberg war 400 Meter dick, so hoch wie der Wiener Donauturm.
Platz 8: A23a ist einer der acht größten Eisberge, die je gemessen wurden.
Der Rekordhalter B-15 war fast dreimal so groß.
Hier erfährst du, wie Eisberge entstehen.
Uraltes Eis: Das Eis in A23a ist Tausende Jahre alt und stammt aus Gletschern.
Forschungsstation: Als A23a 1986 abbrach, stand darauf eine sowjetische Forschungsstation.
Die Wissenschaftler mussten fliehen.