Afghanistan: Doch kein Unterricht für Mädchen

Afghanistan: Doch kein Unterricht für Mädchen

Eigentlich hätten ältere Mädchen endlich wieder die Schule besuchen dürfen. Doch daraus wurde nichts. Warum das so ist.

Die Mädchen wurden am ersten Schultag wieder nach Hause geschickt, die Enttäuschung ist groß
Foto: Imago

Die Schulen in Afghanistan öffnen auch wieder für ältere Mädchen, hieß es noch vergangene Woche. Doch als die Mädchen am ersten Schultag in die Schule kamen, wurden sie wieder nach Hause geschickt. „Wir waren alle enttäuscht und völlig verzweifelt, als die Schulleiterin es uns sagte, die auch weinte“, sagte eine Schülerin. Und weiter: „Wir sind auch Menschen, warum sollen wir nicht in die Schule gehen dürfen? Was ist unsere Schuld?“

Ist das wirklich möglich? Buben dürfen in der Schule lernen und Mädchen nicht? Bei uns wäre so etwas unvorstellbar. In anderen Ländern der Welt gibt es das wirklich. So auch in Afghanistan, einem Land in Asien. Seit einiger Zeit haben dort nämlich die sogenannten Taliban das Sagen. Mehr dazu kannst du in diesem Beitrag lesen.

Mädchen haben weniger Rechte

Die Taliban leben nach sehr strengen islamischen Regeln. Mädchen und Frauen sind für sie weniger wert als Buben und Männer. Deshalb geben sie Mädchen und Frauen weniger Rechte. Unter anderem nehmen sie ihnen auch das Recht auf Bildung. Das war schon einmal zwischen 1996 bis 2001 so, als die Taliban herrschten. Seit die Taliban im August die Herrschaft an sich rissen, ist die Lage wieder ähnlich. Im Norden des Landes gehen zwar einige ältere Mädchen trotz Verbote in die Schule. Andere lernen jedoch heimlich zu Hause.

Was genau ist los?

Im September letzten Jahres haben die Taliban Mädchen, die mit der Volksschule fertig waren, verboten, höhere Klassen zu besuchen. Die Taliban befahlen den älteren Mädchen, vorerst zu Hause zu bleiben. Buben durften jedoch in die höheren Schulstufen gehen. Wenn Mädchen trotzdem in die Schule gingen, wurden sie oder ihre Lehrerinnen und Lehrer bedroht und eingeschüchtert. Das hat weltweit für große Aufregung gesorgt.

Die Taliban verteidigen ihre Entscheidung. Sie behaupten, sie wollen eine „sichere Lernumgebung“ für die Mädchen schaffen, bevor sie wieder in die Schule gehen dürfen. Sie sagen auch, sie müssten noch eine passende Schuluniform für die Mädchen machen. Außerdem behaupten sie, dass sie kein Geld für die Bezahlung der Lehrerinnen und Lehrer haben. Dafür machen sie auch die westlichen Länder verantwortlich. Die westlichen Länder wollen Afghanistan nämlich nicht mehr unterstützen, seit die Taliban das Sagen haben. Die Taliban machen nämlich Regeln, die den westlichen Ländern nicht gefallen, weil sie die Rechte der Menschen einschränken.

Was zum Beispiel? Frauen dürfen zum Beispiel nicht weit alleine reisen. Sie müssen fast immer von einem Mann begleitet werden. Sie dürfen teilweise auch nicht mehr dort arbeiten, wo sie gearbeitet haben, bevor die Taliban das Sagen hatten. Beim Autofahren darf niemand Musik hören und noch viele andere Regeln wurden eingeführt. Viele Menschen flohen deshalb aus dem Land. Außerdem herrscht in Afghanistan Armut. Die Menschen haben keine Arbeit und es gibt zu wenig Essen.

Auf der Karte kannst du sehen, wo Afghanistan liegt:

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