Wo die Menschen Hunger leiden

Wo die Menschen Hunger leiden

In mehreren Ländern der Erde müssen viele Menschen täglich großen Hunger leiden. In manchen Ländern ist die Lage gerade besonders schlimm.

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder weltweit
Foto: Imago

Gefüllte Teller, wann immer wir wollen: Davon können viele Menschen im Südsudan nur träumen. In dem Land in Zentralafrika herrscht nämlich Hunger. Fast zwei Drittel der rund elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner sind mangelernährt. Da heißt, dass die Menschen so wenig zu essen haben, dass sie schon gesundheitliche Probleme davon bekommen. Bei Kindern ist die Lage besonders schlimm. Fast eineinhalb Millionen Kinder unter fünf Jahren geht es sehr schlecht. „Für viele Kinder und ältere Menschen geht es um Leben und Tod“, warnte „Caritas“-Chef Michael Landau. Die Caritas hilft vor Ort, zum Beispiel mit Lebensmittellieferungen.

Warum ist die Lage im Südsudan so schlimm?

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Dort gab es viele Jahre lang einen Krieg. Und: Die Gewalt ist noch nicht vorbei. Viele Menschen mussten ihre Dörfer verlassen. Sie leben jetzt in den Nachbarländern oder in Flüchtlingslagern im Land. Auf den Feldern wird nichts mehr angepflanzt. Ein anderer Grund für den Hunger ist der Klimawandel. Es gibt viele Dürren oder plötzlich Starkregen mit Überschwemmungen. Dazu kam die Corona-Pandemie. Sie hat die Lage noch einmal verschlechtert. Kinder, die sonst zumindest einmal am Tag in der Schule etwas zu essen bekamen, mussten wegen des Virus zu Hause bleiben. Zu Hause haben die Menschen aber oft viel zu wenig zu essen.

Was tun die Helfer?

Helferinnen und Helfer wie zum Beispiel von der „Caritas“ verteilen im Land Lebensmittel. Sie bringen den Menschen aber auch Saatgut und Werkzeug und zeigen ihnen, wie sie Gemüse und Getreide anbauen. Das soll den Menschen vor Ort auf lange Sicht helfen, nämlich so, dass sie sich selbst helfen können.
Helferinnen und Helfer schicken aber auch Ärztinnen und Ärzte, die die Menschen untersuchen und ihnen Medizin geben. Kinder werden zum Beispiel auch gewogen.

Hungersnot in Madagaskar

Besonders schlimm ist der Hunger auch in Madagaskar. Madagaskar ist ein Inselstaat östlich von Afrika. Dort haben die Menschen begonnen, Insekten, Lehm und Blätter zu essen. Die meisten Lebensmittel sind nämlich weg. Schuld an dem Hunger in Madagaskar ist eine große Dürre. Es hat jahrelang nicht richtig geregnet. Von den 1,2 Millionen (1.200.000) Menschen, die in dem Land leben, sind 14.000 Menschen sogar in Lebensgefahr – weil sie zu wenig zu essen haben. Diese Menschen drohen zu sterben. Am gefährlichsten ist der Hunger für die Kinder.

Madagaskar und der Südsudan sind nicht die einzigen Länder, in denen die Menschen hungern. Gefährlich ist die Lage auch in Nordkorea, dem Jemen, Äthiopien, Syrien und im Kongo.

Auf der Karte kannst du sehen, wo der Südsudan und Madagaskar liegen:

Was ist eine Hungersnot?

Im Alltag sprechen wir von Hungersnot, wenn es in einer Region zu wenig Nahrungsmittel gibt und viele Menschen nichts mehr zu essen haben. Offiziell gibt es von den Vereinten Nationen fünf verschiedene Stufen bis hin zur Hungersnot. Es ist eine Art Alarmsystem: Stufe 1 (Lebensmittelunsicherheit), Stufe 2 (Stress-Situation), Stufe 3 (Hungerkrise), Stufe 4 (Notsituation), Stufe 5 (Hungersnot). Von einer Hungersnot sprechen die Vereinten Nationen etwa, wenn Menschen bereits an Unterernährung starben.

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