Wie der Nobelpreis zu seinem Namen kam

Wie der Nobelpreis zu seinem Namen kam

In dieser Woche wird bekannt gegeben, wer heuer die Nobelpreise erhält. Was der Nobelpreis ist und warum er so heißt.

Die Nobelpreisgewinnerinnen und -gewinner bekommen auch eine Medaille
Foto: Imago
Am Montag wurden die Medizinnobelpreisträger bekannt gegeben
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Was haben Albert Einstein, der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen (Entdecker der Röntgenstrahlen), Friedensaktivistin Malala Yousafzai und Barack Obama, Ex-Präsident der USA, gemeinsam? Sie alle haben einen Nobelpreis bekommen. Jedes Jahr wird dieser Preis an Forscher, Wissenschaftler und andere Menschen verliehen, die Besonderes für die Menschheit leisten oder sich für den Frieden einsetzen. Einen Nobelpreis verliehen zu bekommen ist eine große Ehre für die Preisträger und ihr Heimatland. Nobelpreisträger und -trägerinnen bekommen auch sehr viel Geld.

Woche der Nobelpreise

Gerade ist es wieder so weit und die Nobelpreisträgerinnen und -träger werden verkündet. Seit Montag sind die Medizin-Nobelpreisträger bekannt: David Julius und Ardem Patapoutian.  Diese zwei Forscher beschäftigen sich mit der Frage, wie Menschen Berührungen und Temperatur wahrnehmen. Die Erkenntnisse dieser Forschung sind wichtig, um Schmerzen und ihre Ursachen besser zu verstehen. Seit Dienstag sind die Preisträger für den Physik-Nobelpreis (sprich: füsik) bekannt. Er geht an die Klima-Forscher Klaus Hasselmann, Syukuro Manabe und Giorgio Parisi. Bis Montag werden noch die Nobelpreise für folgende Kategorien bekannt gegeben: Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften.

Warum heißt der Preis Nobelpreis?

Das Preisgeld kommt aus dem riesigen Vermögen von Alfred Nobel. Der schwedische Erfinder wurde 1833 geboren und stammte aus einer sehr reichen Familie. Seine Eltern hatten eine Fabrik für Tretminen. Das sind Sprengkörper, die in der Erde vergraben werden. Wenn man darauftritt oder darüberfährt, explodieren sie. Auch Sohn Alfred wurde mit etwas ähnlich Gefährlichem extrem reich. Er erfand einen neuen Sprengstoff: Dynamit. Dieses explosive Pulver füllte er in Stangen mit einer Zündschnur. Damit kann man zum Beispiel Steine sprengen, Dynamit wurde aber auch im Krieg eingesetzt.

Frieden statt Krieg

Ausgerechnet er, den eine lebensgefährliche Erfindung so reich gemacht hatte, wollte den Frieden auf der Welt und die Forschung unterstützen. Warum er das tat, ist nicht ganz klar. Bildung war ihm jedenfalls sehr wichtig. Seine Eltern hatten ihren wissbegierigen Sohn auf die besten Schulen geschickt. Womöglich hatte er auch ein schlechtes Gewissen, weil seine Familie mit Waffen so reich geworden war und seine Erfindung viele Menschen das Leben kostete. Vielleicht überzeugte ihn aber auch eine Freundin aus Österreich, Bertha von Suttner. Die Journalistin kämpfte für den Frieden und erhielt später den Friedensnobelpreis. Heute gilt der Nobelpreis jedenfalls als eine der höchsten Auszeichnungen, die ein Mensch bekommen kann. Die meisten Preisträgerinnen und Preisträger verwenden das hohe Preisgeld auch wieder für einen guten Zweck, von dem viele Menschen etwas haben. Die Gewinner in jeder Kategorie erhalten rund 985.000 Euro.

Wann wird der Nobelpreis verliehen?

Bekannt gegeben werden die Gewinnerinnen und Gewinner im Jahr 2021 zwischen 4. und 11. Oktober. Verliehen werden die Preise am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel. Die Preise werden normalerweise in Stockholm (Schweden) verliehen. Eine Ausnahme bildet der Friedensnobelpreis. Dieser wird in Oslo (Norwegen) verliehen. Wegen der Coronakrise sollen die Preisträgerinnen und Preisträger ihre Preise heuer aber in ihren Heimatländern erhalten.

Gibt es noch andere „Nobelpreise“?

Der „Alternative Nobelpreis“ ging 2019 u. a. an Greta Thunberg. Außerdem gibt es noch den „Ig-Nobelpreis“: Das ist ein Preis für besonders schräge und lustige Forschungen. Diese Auszeichnungen haben aber nichts mit den Preisen der Alfred-Nobel-Stiftung zu tun.