Wie China mit Pandas Politik macht

Wie China mit Pandas Politik macht

Seit über 50 Jahren leben Pandas in japanischen Zoos. Jetzt müssen die letzten beiden Tiere nach China zurück. Der Grund: Streit zwischen China und Japan.

Vom Aussterben bedroht: Große Pandas leben nur in China auf der freien Wildbahn
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Runde Ohren, schwarz-weißes Fell und meistens ein Stück Bambus im Maul: Große Pandas sind nicht nur besonders süße Bären, sie sind vor allem sehr selten. Nur etwa 1.800 von ihnen leben noch in freier Natur,  versteckt in den nebligen Bambuswäldern in den Bergen Chinas.

China ist sehr stolz auf diese Tiere, denn nirgendwo sonst auf der Welt kommen sie in freier Wildbahn vor. Deshalb werden Große Pandas, die im Ausland leben, in der Regel von China verliehen: Auch wenn sie in einem Zoo in einem anderen Land geboren werden, gehören diese Tiere China.

Wenn China einem anderen Land erlaubt, Pandas zu zeigen, ist das eine große Ehre. Vor allem aber ist es ein Zeichen der Freundschaft. Fachleute nennen das Panda-Diplomatie.

Zurück nach China

Seit 1972 hatte Japan immer mindestens einen Panda im Land. Bis vor Kurzem lebten die Panda-Zwillinge Xiao Xiao und Lei Lei in einem Zoo in Tokio (Japan). Die beiden vierjährigen Bären wurden dort geboren, ihre Eltern waren Teil eines Zucht-Programms.

Eigentlich sollten die Zwillinge erst im Februar nach China zurückkehren. Doch nun wurden sie früher abgeholt. Der Grund ist ein heftiger Streit zwischen den beiden Ländern.

Streit um Taiwan

Es geht um Taiwan. Das ist eine Insel mit eigener Regierung. China behauptet jedoch, Taiwan gehöre zu seinem Staatsgebiet. Taiwan liegt in der Nähe von Japan, zwischen beiden liegen nur wenige Kilometer Meer.

Japans Regierung erklärte nun: Sollte China Taiwan angreifen, müsste Japan reagieren, um sich selbst zu schützen. Diese Aussage hat China verärgert.

Zuerst schränkte China den Handel mit wichtigen Metallen ein, die Japan für seine Industrie braucht. Außerdem warnte China seine Bürger vor Reisen nach Japan. Und nun werden auch die Pandas früher abgeholt.

Leeres Gehege

In speziellen Boxen flogen Xiao Xiao und Lei Lei nach China. Dort bekommen sie ein neues Gehege mit anderen Pandas.

Der Zoo in Tokio hofft, dass irgendwann wieder Pandas nach Japan kommen. Doch das wird wohl erst passieren, wenn die Beziehung zwischen Japan und China wieder besser wird. Bis dahin gibt es in Japan zum ersten Mal seit über 50 Jahren keinen einzigen Panda mehr zu sehen.

Den Pandas wird es vermutlich nicht wichtig sein, in welchem Zoo sie leben, solange sie genug Bambus bekommen.

 

 


Der Große Panda

Aussehen: Schwarz-weißes Fell, runde Ohren, schwarze Augenflecken

Größe: Bis zu 1,20 Meter groß; auf allen Vieren etwa 70 Zentimeter

Gewicht: Bis zu 120 Kilogramm. So viel wiegt zum Beispiel ein Motorrad.

Nachwuchs: Neugeborene bringen nur etwa 100 Gramm auf die Waage. So viel wie eine Tafel Schokolade.

Nahrung: Große Pandas fressen bis zu 30 Kilogramm Bambus täglich. Damit sind sie bis zu 14 Stunden beschäftigt.

Besonderheit: Ein Knochen am Handgelenk funktioniert wie ein Daumen und hilft beim Festhalten des Bambus.

Lebensraum: Bambuswälder in den Bergen Chinas. Dort ist es kühl und feucht.

Bestand: Etwa 1.800 in freier Wildbahn, weitere rund 600 tummeln sich in Zoos.

Schutz: Große Pandas sind bedroht. China hat Schutzgebiete eingerichtet und Zentren gebaut, in denen Panda-Babys aufgezogen werden.

Noch mehr über Große Pandas erfährst du hier.