Weltfrauentag: Warum dieser Tag wichtig ist

Weltfrauentag: Warum dieser Tag wichtig ist

Weniger Lohn für die gleiche Arbeit, weniger Chancen auf Bildung: Kein einziges Land der Welt behandelt Frauen und Männer wirklich gleich.

Am 8. März wird weltweit daran erinnert, dass Frauen in vielen Dingen immer noch ungerecht behandelt werden
Imago

„Kein Land der Welt hat die vollständige rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht“, sagt Sarah Hendriks von der UNO-Frauenorganisation. Viele Frauen sind Gewalt ausgesetzt und werden zu wenig davor geschützt.

In einigen Ländern werden junge Mädchen zwangsverheiratet oder dürfen keine Schule besuchen. Und in fast der Hälfte aller Länder verdienen Frauen für dieselbe Arbeit weniger Geld als Männer.

Am 8. März, dem Weltfrauentag, gehen deshalb weltweit Menschen auf die Straße. Es finden Kundgebungen und Veranstaltungen statt, um auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.

Ein langer Kampf

Dass Frauen überhaupt für ihre Rechte kämpfen können, haben sie vor allem mutigen Frauen zu verdanken. Sie haben vor mehr als 100 Jahren den Anfang gemacht.

Eine von ihnen war Theresa Malkiel. Sie war Fabriksarbeiterin in den USA, arbeitete zehn Stunden täglich bei stickiger Luft und Hitze Manchmal wurden die Fabrikstore sogar zugesperrt, damit sie nicht einfach gehen konnte. Und das alles für sehr wenig Geld.
Theresa fand das ungerecht. Sie organisierte Proteste und schrieb Berichte darüber. 1909 streikten in New York Tausende Arbeiterinnen fast drei Monate lang für bessere Löhne und kürzere Arbeitszeiten.

Für die Rechte der Frauen

1910 schlug die deutsche Politikerin Clara Zetkin vor, jedes Jahr einen Frauentag zu feiern. Bereits ein Jahr später gingen Hunderttausende Frauen auf die Straße. Das Datum 8. März erinnert an einen Streik von Arbeiterinnen in Russland, der am 8. März 1917 sogar eine Revolution auslöste.

Seit 1977 ist der 8. März offiziell ein internationaler Feiertag für die Rechte der Frauen. Er soll auch daran erinnern, für welche Rechte Frauen erst kämpfen mussten.

Wie ist es heute in Österreich?

Auch in Österreich sind Frauen und Männer nicht in allen Bereichen gleich. Besonders beim Gehalt gibt es noch große Unterschiede. Frauen verdienen für dieselbe Arbeit oft weniger als Männer. Dazu kommt: Viele Frauen arbeiten nur Teilzeit, weil sie nebenbei kochen, putzen und die Kinder betreuen. Diese Arbeit wird nicht bezahlt, obwohl sie genauso wichtig ist wie jede andere Arbeit. Und auch bei den Aufstiegschancen im Beruf haben Frauen noch immer schlechtere Karten als Männer.

Der Weltfrauentag erinnert daran, dass noch viel zu tun ist. Dabei würde Gleichberechtigung die meisten Menschen viel glücklicher machen.