Was ist im Iran los?

Was ist im Iran los?

Seit rund zwei Wochen protestieren viele Menschen im Iran. Warum das so ist und was du sonst über dieses Land wissen musst.

Nicht nur im Iran, auch in anderen Ländern gehen die Menschen auf die Straße, um zu protestieren
Foto: Imago
Aus Protest gegen den Tod von Mahsa schneiden sich Iranerinnen die Haare ab. Sie wollen damit zeigen, so lassen wir uns nicht mehr behandeln!
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Der Iran kommt nicht zur Ruhe. Gerade gehen in dem Land in Asien viele Menschen auf die Straßen, um zu protestieren. Wogegen? Vor rund zwei Wochen starb im Iran eine junge Frau. Ihr Name war Mahsa Amini (22). Die 22-Jährige war von der Polizei verhaftet worden, weil sie zu viel Haare gezeigt hatte. Das ist im Iran für Frauen verboten. Die Frauen müssen dort ein Kopftuch tragen.

Während der Haft starb Mahsa Amini. Die Polizei sagt, sie hätte einen Herzinfarkt gehabt. Viele Menschen denken, dass die Polizei gewalttätig war und sie deshalb starb. Bei den darauffolgenden Protesten sind auch schon viele Menschen gestorben. Die Polizei geht nämlich mit Gewalt gegen die Demonstrierenden vor.

Warum dürfen Mädchen und Frauen im Iran ihre Haare nicht zeigen?

Der Iran ist eine islamische Republik. Der Islam ist Staatsreligion. Andere Religionen sind nicht erlaubt. Die meisten Menschen sind auch Anhänger des Islam. Das heißt, sie glauben an den Gott Allah und den Propheten Mohammed. Der Chef im Land ist auch ein religiöser Führer. Die Religion bestimmt den Alltag der Iranerinnen und Iraner sehr stark. Es gibt viele Vorschriften. Im Iran gilt die sogenannte Scharia. Das ist eine Art religiöses Gesetz. Frauen müssen ihre Haare in der Öffentlichkeit mit einem Tuch verhüllen und ihren Körper mit langer Kleidung bedecken. Miniröcke sind zum Beispiel verboten. Frauen haben im Iran insgesamt viel weniger Rechte als Männer. Eine eigene Polizei kontrolliert, ob die Frauen alle Regeln einhalten. Diese Polizei nennt man Sittenpolizei.

Was genau ist die Scharia?

Die Scharia ist das islamische Gesetz. Die Regeln der Scharia sind schon sehr alt und stammen teilweise aus dem Koran. Der Koran ist die heilige Schrift des Islam. Teilweise stammen die Regeln auch aus der sogenannten Sunna. Das sind Bräuche, Sprüche und Werte von Prophet Mohammed. In der Scharia gibt es sehr strenge Strafen. Jemand kann zum Beispiel ausgepeitscht werden. Nicht nur die Frauen, auch die Männer haben im Iran nicht solche Rechte wie bei uns. Seine freie Meinung zu sagen, ist nicht immer möglich. Auch eine andere Religion als den Islam auszuüben ist nicht erlaubt. Tut es jemand doch, drohen nicht nur Strafen, sondern sogar Tod und Verfolgung.

Wichtiges über den Iran:

  • Im Iran leben rund 84 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Das sind mehr als neun Mal so viele wie in Österreich.
  • Das Land ist fast zwanzig Mal so groß wie Österreich.
  • Der Präsident des Iran ist Ebrahim Raissi. Ajatollah Ali Chamenei ist das religiöse und politische Oberhaupt im Lande.
  • Die meisten Menschen im Iran sprechen Farsi.
  • Früher sagte man zum Iran auch Persien.
  • Seit 1979 ist der Iran eine islamische Republik. Davor war es ein Königreich, das von einem Schah regiert wurde. 1979 gab es einen Aufstand und der Schah wurde entmachtet.