Was hängt denn da vom Himmel?

Was hängt denn da vom Himmel?

Schäfchen und Wattebäusche, die vom Himmel baumeln? Gibt es alles, wenn die Natur tief in die Wolkentrickkiste greift.

Das Bild von den Mammatus-Wolken wurde im Juni im steirischen Ort Reichendorf aufgenommen
Foto: Leserreporter Markus Pucher
Hier siehst du, wo die verschiedenen Wolken zu Hause sind
Grafik: KLZ

Vor Kurzem hat es in der Steiermark ein seltenes Naturschauspiel gegeben. Die Rede ist von sogenannten Mammatus-Wolken. „Mammatus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „brust- oder beulenartig“. Ein bisschen erinnern die seltenen Wolken auch an riesige Wattebäusche, die sich in Richtung Erde stülpen. Wie genau sie entstehen, darüber rätseln auch die Fachleute. Es gibt verschiedene Ideen dazu. Was man jedoch weiß, ist, dass sich Mammatus-Wolken oft an der Unterseite von kräftigen Gewitterwolken oder an ihren Rändern bilden. Solche Mammatus-Wolken können überall auf der Welt auftreten.

Welche Wolken gibt es noch?

In den Himmel schauen und sagen, wie das Wetter in den kommenden zehn Tagen wird? So einfach ist das nicht. Wetterfachleute arbeiten heutzutage mit Computern und komplizierten Rechenprogrammen, um genaue Vorhersagen machen zu können. Ein Blick in den Himmel lohnt sich trotzdem. Über das nahe Wetter können Wolken nämlich viel verraten. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Überarten (schau dir die Grafik an). „Man kann Wolken entweder nach ihrem Aussehen oder nach ihrer Höhe unterscheiden“, erklärt Wetterexperte Albert Sudy von der Zamg (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik).

Nach dem Aussehen gibt es zwei Arten: einerseits Haufen- oder Quellwolken und andererseits Schichtwolken. Das sind eher flache Wolken. Nach der Höhe werden die Wolken in Stockwerke unterteilt. Experten unterscheiden drei Stockwerke: niedriges, mittleres und hohes Stockwerk.

Schichtwolke

Die Schichtwolke (Stratus, siehe Grafik) ist eine Wolke aus dem niedrigen Stockwerk. Sie hat keine besonderen Abgrenzungen und liegt wie über den Himmel gestreckt da. Hochnebel ist zum Beispiel eine typische Schichtwolke. Aus dieser Wolke fällt eher kein Regen. Es kann aber daraus nieseln. Im Winter kommt aus solchen Wolken öfter Schneegrieseln. Dann erscheint der Himmel tagelang grau.

Schäfchenwolke

Auch die Schäfchenwolke (Cumulus, siehe Grafik) ist im niedrigen Stockwerk zu Hause. Schäfchenwolken schauen aus wie nach oben gezogene Wattebausche. Sie sind vollkommen harmlos und gelten als Schönwetterwolken.

Gewitterwolke

Aus einer harmlosen Schäfchenwolke kann sich eine Gewitterwolke (Cumulonimbus, siehe Grafik) bilden. Wenn die Lufthülle der Erde labil, also unbeständig ist, kann eine Schäfchenwolke ohne Hindernisse in die Höhe steigen. Im Extremfall steigt sie so hoch, dass sie an der obersten Grenze der sogenannten „Troposphäre“ (lies unten nach, was das ist) ansteht. Beim Aufsteigen wird aus einer harmlosen Schäfchenwolke eine Gewitterwolke, auch Gewitterturm genannt. Wenn der Gewitterturm am Ende der Wetterschicht ansteht, weicht er auf die Seite aus und bildet einen sogenannten Amboss. Ganz oben ist es sehr kalt. Deshalb besteht der Amboss oft aus Eiskristallen. Gewittertürme erstrecken sich über alle drei Stockwerke und sind gefährlich. Sie bringen oft Starkregen, Hagel und Sturm mit sich.

Föhnwolke

Im mittleren Stockwerk „wohnt“ die Föhnwolke (Altocumulus, siehe Grafik). Föhnwolken sehen manchmal wie Linsen oder fliegende Untertassen (Ufos) aus. Die Wolken liegen in einer Höhe von 5000 bis 6000 Metern. Würde es aus ihnen regnen, würde der Regen verdunsten, bevor er die Erdoberfläche erreicht. Föhnwolken sind auch ein Zeichen für starke Winde in der Höhe.

Eiskristallwolke

Federwolken (Cirrus, siehe Grafik) sind im hohen Stockwerk in rund acht bis zehn Kilometer Höhe zu Hause. Dort ist es eisig kalt. Federwolken bestehen deshalb aus reinen Eiskristallen. „Wenn sie dichter und breiter und zum Cirrostratus werden, deuten sie zuerst eine Warmfront an“, erklärt der Wetterexperte. Aber nur kurz, denn für gewöhnlich gibt es schon rund 20 bis 30 Stunden nach der Sichtung so einer Federwolke eine Wetterverschlechterung. Die Wolken sinken in das niedrige Stockwerk ab und bringen dann Regen, oft tagelang.

Wie kommt das Wetter zustande?

Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche. Dadurch werden auch die verschiedenen Luftschichten darüber erwärmt. Diese Erwärmung ist aber nicht überall gleich. Deshalb beginnt sich die Luft zu bewegen. So kommt das unterschiedliche Wetter zustande.

Was ist die Troposphäre?

Die Lufthülle der Erde wird auch Atmosphäre (sprich: atmosfähre) genannt. Sie besteht aus mehreren Schichten. Die Schicht, die der Erde am nächsten ist, heißt Troposphäre (sprich: troposfähre). Das ist die Wetterschicht. In ihr spielt sich also das Wetter ab. „Sie ist in etwa neun bis zwölf Kilometer hoch, je nachdem, wo man sich befindet, ob am Äquator oder an den Polen“, erklärt Albert Sudy. Am Ende der Wetterschicht gibt es normalerweise keine Wolken mehr.

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