Warum Regen das Meer rot färben kann
Starker Regen hat auf einer Insel das Meer rot gefärbt. Bäche liefen rot die Hänge hinunter, sogar der Strand leuchtete in dieser Farbe. Das steckt dahinter.
Vor Kurzem regnete es auf der Insel Hormus tagelang. Die Bäche liefen rot die Hänge hinunter. Sogar der Strand und das Meer färbten sich rot. Dahinter steckt kein ausgelaufener Farbeimer oder etwas Gefährliches, sondern ein spannendes Naturphänomen.
Eisen im Boden
Die Insel hat das Phänomen ihrem Boden zu verdanken. In diesem ist nämlich sehr viel Eisen drin. Eisen ist ein festes Metall. Es kommt im Boden und in Steinen vor. Wenn Eisen und Sauerstoff aus der Luft zusammenkommen, reagieren sie miteinander. Diese Reaktion heißt Oxidation. Sie sorgt dafür, dass das Eisen rot wird.
Vor Kurzem hat es auf der Insel viel geregnet. Dadurch ist viel roter Schlamm entstanden. Der Regen spülte ihn direkt ins Meer und färbte es rot. Das Phänomen ist nicht gefährlich oder schädlich für die Umwelt. Man könnte sogar im roten Wasser schwimmen. Man muss nur bedenken, dass man selbst und die Badesachen danach auch rot sein könnten.
Meer reinigt sich von selbst
Das Spektakel hängt zwar mit Regen zusammen aber das heißt nicht, dass es bei jedem Regenfall vorkommt. Das Meer ist auch nur vorübergehend rot. Wenn es nicht mehr regnet, kommt kein rotes Wasser mehr ins Meer. Das Wasser wird dann von selbst wieder blau.
Bunte Phänomene
Ungewöhnliche Farben in der Natur sind kein Einzelfall. Ein Beispiel ist der Blutregen. Aber keine Sorge! Das hat natürlich nichts mit echtem Blut zu tun. Unter diesem Blutregen versteht man auch ein seltenes Wetterphänomen. Der Wind weht feinen, rötlichen Staub aus der Sahara bis nach Europa.
Die Sahara ist eine Wüste in Afrika. Diese Partikel fallen zusammen mit dem Regen auf die Erde. Dabei färbt der Staub den Regen rötlich. Die Farbe kann man besonders gut auf Oberflächen erkennen.
Die Natur kann aber noch mehr. In Australien gibt es einen pinken See. Forscher glauben, dass Bakterien, Algen und Salz für die Farbe sorgen. Besonders an dem See ist, dass er diese Farbe immer hat.
Die Insel Hormus
Wo liegt die Insel? Im Persischen Golf, 8 Kilometer vor der Südküste des Iran (das ist ein Land in Westasien)
Wie groß ist sie? 42 Quadratkilometer, das ist etwa so groß wie 6.000 Fußballfelder
Wie viele Menschen leben dort? Etwa 6.000 bis 10.000 Menschen, die meisten sind Fischer
Was macht die Insel so besonders? Der Boden enthält sehr viel Eisen und hat über 70 verschiedene Farben. Deshalb wird Hormus auch „Regenbogen-Insel“ genannt. Das rote Pulver heißt Gelak und man kann es essen. Die Menschen machen daraus Farbe und mischen es manchmal auch in den Brotteig.
Weitere Besonderheiten: Auf der Insel gibt es Salzberge und bunte Strände. Im Sommer wird es sehr heiß, über 40 Grad. Im Winter ist das Klima angenehm mild.