Riesenqualle in der Tiefsee gefilmt

Riesenqualle in der Tiefsee gefilmt

Einem Meeresroboter ist in rund 1.000 Metern Tiefe eine Überraschung vor die Linse geschwommen.

Dieses Bild stammt aus dem Video der Meeresforschungseinrichtung
Foto: Youtube/Monterey Bay Aquarium Research Institute

Es ist eine kleine Sensation: In der Tiefsee vor den USA hat ein Roboter eine Riesenqualle gefilmt. Die Tiefsee ist kein tiefer See, sondern ein besonders tiefer Teil eines Ozeans. Bei der gefilmten Qualle handelt es sich um die Tiefsee-Qualle mit dem lateinischen Namen „Stygiomedusa gigantea“. Diese Art wird bis zu sechs Meter lang und kann knapp eineinhalb Meter im Durchmesser sein. So eine Qualle kann bis zu 90 Kilogramm schwer werden, also etwa so viel wie ein erwachsener Mann.
Die Aufnahmen wurden von einem Roboter gemacht. Der Roboter gehört einer Einrichtung (Monterey Bay Aquarium Research Institute), die das Meer erforscht. Die Qualle wurde in nicht ganz 1.000 Metern Tiefe aufgenommen. Das ist so tief, dass das Sonnenlicht nicht bis dorthin vordringt.

Vor 122 Jahren entdeckt, aber kaum gesehen

Zum ersten Mal entdeckt wurde diese Riesenquallen-Art 1899, also vor 122 Jahren. Weil sie so tief im Meer unterwegs ist, wird sie aber nur sehr selten gesichtet. Insgesamt bisher nur etwas mehr als 100 Mal. Deshalb ist das neue Video auch etwas ganz Besonderes.

Weil diese Riesenquallen so tief im Meer leben, weiß man noch nicht viel über sie. Forscherinnen und Forscher glauben, dass sie mit Fischen zusammenleben und sich gegenseitig helfen. Die Fische leben im Schutz der Fangarme der Qualle. Dort können sie sich vor ihren Feinden verstecken. Im Gegenzug halten die Fische die Quallen sauber und putzen sie. Das nennt man Symbiose (sprich: sümbiose).

Hier kannst du das Video von der Qualle anschauen:

 

Gut zu wissen

Quallen gehören zu den ältesten Meereslebewesen. Obwohl sie seit Millionen von Jahren im Wasser leben, sind sie schlechte Schwimmer und lassen sich gern von den Strömungen treiben. Sie bestehen fast ganz aus Wasser. Sie haben kein Gehirn und keine Knochen, kein Blut, keine Lunge, dafür aber einen großen Magen mit Mund. Mit dem Gift aus ihren langen Tentakeln, den Fangarmen, betäuben sie ihre Opfer, um sie danach zu verspeisen. Große Quallenarten können einen Durchmesser von bis zu zwei Metern haben und 200 kg schwer sein. Zum Vergleich: Das ist so viel wie etwa drei durchschnittliche Frauen in Österreich wiegen. Die Tentakel der Quallen werden bis zu 30 Meter lang. Die Kleinsten sind nur einen halben Millimeter groß, also die Hälfte des kleinsten Abstands auf einem Lineal.

Auf der Karte kannst du sehen, wo die Meeresbucht liegt, in der die Qualle in den Tiefen gefilmt wurde.

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