Experiment: Wann steigt der Meeresspiegel?

Experiment: Wann steigt der Meeresspiegel?

Was passiert, wenn Meereis und Landeis miteinander verschmelzen? Wir haben ein Experiment für dich dazu!

Für die Höhe des Meeresspiegels ist es ein Unterschied, ob Meereis oder Landeis schmilzt
Foto: Adobe Stock
Dieses Material brauchst du für das Experiment
Foto: UBZ

Du brauchst:

  • zwei Glasschüsseln
  • gefrorenes Wasser (am besten am Vortag eingefroren)
  • 3 große, eckige Steine
  • kleine Spielhäuser (zum Beispiel von Monopoly)
  • Klebeband (nicht durchsichtig)
  • 2 flache Behältnisse zum Einfrieren des Wassers (zum Beispiel Frischhalteboxen)
  • eventuell blaue Farbe (Wasserfarbe, Lebensmittelfarbe)
  • eventuell Eisbär- und Pinguinfigur

So geht’s:

Für diesen Versuch muss man schon am Vortag Wasser in zwei flachen Behältnissen einfrieren. Es sollen etwa drei Zentimeter dicke Eisschollen entstehen. Wenn du blaue Wasser- oder Lebensmittelfarbe hast, kannst du das Wasser vorher auch noch einfärben.

Am nächsten Tag kann der Versuch beginnen: Um das Schmelzen der weltweiten Eismassen und das Ansteigen des Meeresspiegels nachzustellen, braucht man zwei Glasschüsseln.
Die eine Schüssel stellt den Nordpol dar. In diese Schüssel legst du rechts einen Stein. Dieser stellt eine beliebige Insel dar, zum Beispiel Island.

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Die andere Schüssel ist der Südpol. In diese legst du links einen Stein, das ist auch eine Insel, zum Beispiel Tuvalu. Lege rechts noch einen Stein in die Südpol-Schüssel, das ist der Kontinent Antarktis.

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Nun werden beide Schüsseln so weit mit Wasser gefüllt, bis von allen Steinen noch circa ein Zentimeter aus dem Wasser herausragt. Hole jetzt die Eisschollen aus dem Gefrierschrank. Sie müssen vielleicht noch ein bisschen zerkleinert werden, damit sie in die Schüsseln passen.
Eine Eisscholle lässt du nun in der Nordpol-Schüssel im Wasser treiben – das ist das Meereis der Arktis. Wenn du eine kleine Eisbärfigur hast, kann man diese auf das Eis stellen.

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Ein anderes Stück Eis kommt in der Südpol-Schüssel oben auf den rechten Stein. Es stellt das Eis des Kontinents Antarktis dar. Hier kannst du eine kleine Pinguinfigur auf das Eis stellen.

Markiere jetzt beide Wasserstände mit Klebeband außen an der Schüssel – der obere Rand des Klebebandes kennzeichnet genau die Höhe des Wasserspiegels.
„Baue“ jetzt auf beiden Inseln in den zwei Schüsseln genau an der Wassergrenze (also an der Küste) die Häuser.

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Jetzt musst du etwas Geduld haben. Das Meereis am Nordpol schmilzt im Wasser recht schnell. Je mehr abschmilzt, desto blauer wird das Wasser in der Schüssel (falls du das Wasser vor dem Einfrieren blau gefärbt hast). In der Antarktis dauert es recht lange, bis das Eis am Kontinent geschmolzen ist.

Was ist mit dem Meeresspiegel geschehen, wenn in beiden Schüsseln das Eis geschmolzen ist?

Das musst du wissen

An den Polen der Erde befinden sich die größten Eismassen der Erde. Der allergrößte Teil des Eises ist in der Antarktis zu finden – rund 90 Prozent des gesamten Süßwasserbestandes der Erde sind dort im Eis gespeichert. Auf der Nordhalbkugel finden sich die größten Eismassen in Grönland. Am Nordpol selbst findet man zwar auch Eis (vor allem im Winter). Dabei handelt es sich aber um Meereis – also gefrorenes Meerwasser. Wenn dieses Meerwasser schmilzt, ändert sich der weltweite Meeresspiegel nicht.

Warum?

Das Eis im Meer verdrängt genau so viel Wasservolumen, wie es im flüssigen Zustand selber einnehmen würde. Daher haben Schmelzen und Frieren von Meereis nahezu keinen Einfluss auf den Meeresspiegel. Das konnte man im Versuch in der Nordpol-Schüssel beobachten. Die Häuser auf der Insel wurden hier nicht überflutet und das Klebeband zeigt an, dass der Meeresspiegel nach dem Schmelzen gleich geblieben ist. Allerdings ist mit dem Verschwinden des Eises der Lebensraum des Eisbären verloren gegangen. Nur am Eis kann er nämlich Robben jagen, indem er ihnen an Luftlöchern im Eis auflauert. An Land hat der Eisbär keinen Jagderfolg.

Wenn jedoch Landeis schmilzt, fließt dieses Wasser ins Meer und führt zu einem Ansteigen des Meeresspiegels.

Das Experiment wurde uns vom UBZ – Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark zur Verfügung gestellt. Die alleinige Verantwortung liegt beim UBZ – Umwelt-Bildungs-Zentrum Steiermark.