Einfach erklärt: Gentechnik – was ist das?

Einfach erklärt: Gentechnik – was ist das?

Tomaten, die nicht matschig werden und Mais, der sich eigenständig gegen Schädlinge wehrt: Was es mit Gentechnik auf sich hat.

Mais aus dem Labor: Gentechnik macht Pflanzen unter anderem widerstandsfähiger
Mais aus dem Labor: Gentechnik macht Pflanzen unter anderem widerstandsfähiger
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Dass du nicht als Hund oder Pferd, sondern als Mensch auf die Welt gekommen bist, hat etwas mit deinen Genen zu tun. Gene sind klitzekleine Bausteine unseres Körpers. Darin steht festgeschrieben, welche Eigenschaften du hast. Etwa deine Haarfarbe oder deine Körpergröße. Alle Lebewesen auf dieser Erde besitzen Gene – auch Tiere und Pflanzen.

Entschlüsseln und verändern

Forschende wollten vor einigen Jahren herausfinden, ob sich Gene verändern lassen. Dieses Gebiet der Wissenschaft wird auch Gentechnik genannt.

Es gibt verschiedene Bereiche, in denen Gentechnik zum Einsatz kommt. Zum Beispiel in der Landwirtschaft. Das Ziel dahinter: Pflanzen widerstandsfähiger zu machen. Etwa gegen extreme Hitze oder Trockenheit. Aber auch Ungeziefer ist ein großes Thema. Forschende haben zum Beispiel giftige Stoffe in eine Maispflanze „eingebaut“. Dadurch stellt der Mais sein eigenes Insektengift her und schützt sich so selbst vor Schädlingen. In den USA gab es vor vielen Jahren sogar eine Zeit lang eine „Anti-Matsch-Tomate“. Also Gemüse, das man durch Gentechnik länger haltbar machen wollte.

Ein Streitthema

Um Pflanzen zu verändern, wird bereits das Saatkorn im Labor bearbeitet. Etwa, indem man den Samen der Pflanze bestrahlt oder mit chemischen Stoffen behandelt. Doch genau das stimmt einige Menschen nachdenklich. Sie wollen nicht, dass jemand in ihre Ernährung eingreift. Außerdem fürchten sich manche vor unbekannten Nebenwirkungen. Viele Forschende hingegen sagen, dass man sich nicht ängstigen müsse. Bedenken seien unbegründet.

Du merkst also: Gentechnik ist ein richtiges Streitthema. Vor allem in der Politik. In der Europäischen Union (kurz: EU) ist Gentechnik zum Beispiel sehr streng geregelt. In neun von 27 EU-Staaten ist der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen sogar verboten. Auch in Österreich.

Ob sich die Regeln in Bezug auf Gentechnik bald ändern könnten? Vielleicht. Das EU-Parlament stimmte zumindest diese Woche für Lockerungen. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Übrigens: Dass es möglich ist, Tiere zu klonen, ist seit 1997 bewiesen. Damals haben Forschende ein Schaf künstlich vermehrt. Das heißt: Sie haben dem Tier einige Zellen entnommen, das Lebewesen sozusagen kopiert und so neues Leben geschaffen. Mit einem wesentlichen Unterschied: Das geklonte Lebewesen hatte die exakt gleichen Erbanlagen wie das Lebewesen, das kopiert wurde. Was es damit auf sich hat, kannst du hier nachlesen.

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