Die Kohlmeise bleibt die Nummer eins
Heuer haben mehr Menschen denn je beim Zählen der Vögel mitgemacht. Das Ergebnis zeigt: In der Welt der Vögel hat sich vieles verändert.
Auf den ersten drei Plätzen hat sich auch heuer nichts verändert. Die Sieger der heurigen Vogel-Zählung sind Kohlmeise, Haussperling und Feldsperling. Schon zum 17. Mal haben Anfang Jänner Menschen in ganz Österreich gezählt, welche Vögel in ihre Gärten kommen. So viele Menschen wie noch nie haben mitgemacht, meldet BirdLife Österreich (sprich: Bördleif). Welche Vögel im Winter auch im Winter da sind, erfährst du hier.
Doch hinter dem Erfolg steckt auch eine Zahl, die zeigt, dass sich in der Welt der Vögel einiges verändert hat. Pro Garten flatterten heuer nämlich durchschnittlich nur 29 Vögel vorbei. Das sind ein bis zwei weniger als in den Jahren davor. Der Grund dafür ist der Klimawandel, der vieles verändert.
Vögel bleiben im Norden
Die milden Winter machen den Vögeln das Leben leichter. Arten wie der Bergfink müssen nicht mehr aus Nordeuropa zu uns fliegen, weil es auch dort warm genug bleibt. Weil es seltener schneit, finden sie überall Futter. Die Futterstellen in den Gärten brauchen sie nicht mehr.
Dazu kommt ein weiteres Problem: Immer mehr Flächen werden zugebaut. Grünflächen verschwinden oder werden versiegelt. Das bedeutet, dass Boden mit Beton oder Asphalt bedeckt wird und dort nichts mehr wachsen kann. Dadurch verlieren gerade die Vögel, die gerne in der Nähe von Menschen leben, ihren Lebensraum. Selbst die häufigsten Arten wie Sperlinge, Kohl- und Blaumeisen werden deshalb auf Dauer weniger.
Der Grünfink kämpft ums Überleben
Am schlimmsten erwischt es den Grünfink. Sein Bestand ist um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Eine Vogelkrankheit hat viele Grünfinken getötet. Dazu kommt, dass es immer weniger Gärten mit vielen Pflanzen gibt. Das macht es dem Grünfink schwer, sich zu erholen. Besser sieht es bei der Amsel aus. Sie erholt sich langsam von schweren Jahren.
Was wirklich hilft
BirdLife nutzt die gesammelten Daten, um die Vögel besser zu schützen. Heuer liegt der Schwerpunkt auf Vögeln, die an Gebäuden brüten. Moderne Häuser haben oft keine Dachvorsprünge mehr. Dadurch fehlen den Vögeln wichtige Nistplätze.
Und was können wir tun? Im Winter zu füttern ist wichtig, aber es reicht nicht aus. Viel wichtiger ist aber ein Garten, in dem Vögel gut leben können. Wenn dort Sträucher und alte Bäume wachsen, wenn Löwenzahn und Gänseblümchen blühen dürfen, dann finden Vögel das ganze Jahr über Nahrung, Verstecke und Brutplätze.