Die Geschichte des Christbaums

Die Geschichte des Christbaums

19. Dezember: Weihnachten ohne Christbaum? Vor rund 200 Jahren war das so. Erst nach und nach eroberte das schön geschmückte Bäumchen zu Weihnachten unsere Wohnzimmer.

Der Christbaum ist für viele zu Weihnachten besonders wichtig
Foto: Adobe Stock

Ein Weihnachtsfest ohne Christbaum kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Dabei gibt es den Brauch bei uns in Österreich noch gar nicht so lange. Erst vor etwa 200 Jahren stand in Wien der erste geschmückte Baum. Aber nicht in irgendeinem Haus, sondern draußen. Die ersten Christbäume standen meistens auf Fabriksgeländen für die arbeitenden Menschen.

Grüner Zauber

„Der Brauch, im Winter grüne Zweige im Haus aufzuhängen, ist aber viel älter und reicht bis in die Zeit vor Christus“, weiß Wolfgang Lattacher, der sich beim Brauchtum auskennt. Früher waren Nadelbäume geheimnisvoll, weil sie im Herbst als einzige Bäume ihr sattes Grün behielten. Man glaubte, sie hätten Zauberkräfte. Deshalb hängte man ihre Zweige in der Stube auf, um die Wintergeister zu vertreiben.

Rosenschmuck

Warum aus den Zweigen schließlich ein ganzer Baum wurde, weiß man gar nicht so genau. Fest steht aber: Als einer der ersten wird im Jahr 1510 in der lettischen Hauptstadt Riga ein geschmückter Baum aufgestellt. „Als Schmuck nahm man anfangs Rosen und Papierblumen“, erklärt Lattacher. Über die Jahrhunderte kamen langsam auch Bienenwachskerzen hinzu, die den Baum erhellten. Schließlich eroberten nach und nach auch Glaskugeln, Lametta und Holzschmuck den Baum.

Weltweiter Brauch

Heutzutage wird zu Weihnachten in fast jeder Wohnung der westlichen Welt ein Christbaum aufgestellt. Zutun hat das unter anderem mit einem schrecklichen Ereignis, das vor hundert Jahren war: dem Ersten Weltkrieg. Lattacher erklärt: „Damals trafen Soldaten aus vielen verschiedenen Ländern aufeinander. So erfuhr man von Weihnachtsbräuchen anderswo und brachte die Ideen mit nach Hause.“ So ging der Christbaumbrauch schließlich um die ganze Welt.