Begegnung mit einem Geist der Tiefsee

Begegnung mit einem Geist der Tiefsee

Eine Phantomqualle ist so groß wie ein Schulbus. Und es gibt wenige Menschen, die so ein Exemplar je gesehen haben. Dieses seltene Glück hatten Forscher aus den USA.

Einfach gigantisch: Phantomquallen gehören zu den größten Quallen der Welt
Imago

Um die Tiefen der Meere zu erkunden, sind Forscherinnen und Forscher mit kleinen U-Booten im Meer unterwegs. Und dabei entdecken sie immer wieder Tiere, die sie bis dahin noch nicht gesehen haben. Vor allem, wenn sie weit unten im Meer unterwegs sind. Vor Kurzem haben Forschende aus Kalifornien (USA) eine Entdeckung gemacht, mit der sie ganz und gar nicht gerechnet haben.

Mit einem ferngesteuerten Gerät erkundeten sie den Atlantik, weit vor der Küste Argentiniens. In 250 Metern Tiefe filmten sie plötzlich eine Phantomqualle. Diese Quallenart ist so selten, dass es kaum Filmaufnahmen von ihr gibt. Sie schwebt fast wie ein Geist durch die dunkle Tiefsee. Genau daher hat sie ihren Namen.

So groß wie ein Schulbus

Phantomquallen gehören zu den größten Quallen der Welt. Ihren Namen haben sie, weil man sie so selten sieht. Fast wie ein Geist schwebt diese Quallenart durch die dunkle Tiefsee. Laut den Forschern können sie so lang werden wie ein Schulbus.

Ihre Tentakel erreichen eine Länge von bis zu zehn Metern. Tentakel sind die langen, weichen Fäden einer Qualle. Mit ihnen fängt sie ihre Beute und schützt sich vor Feinden. Der sogenannte Schirm, also der Körper des Tieres, kann über einen Meter breit werden. Er heißt so, weil er aussieht wie ein aufgespannter Regenschirm.

Manche Fischarten sind ständige Begleiter der Phantomqualle. Sie suchen dort wohl Schutz vor anderen Tieren. Kein guter Plan: Denn irgendwann frisst die Phantomqualle auch sie.

Auf einen Blick

Quallen sind sogenannte Nesseltiere. Sie heißen so, weil sie ein Gift ausstoßen, wenn man sie berührt. Mit diesem Gift betäuben sie ihre Beute. Die Tiere ernähren sich von Krebsen oder Larven, größere Quallen fressen sogar andere Quallen oder kleine Fische.

Quallen sind in allen Ozeanen der Welt zu finden, es gibt über 2000 verschiedene Arten. Um sich fortzubewegen, saugen sie Wasser in ihren Körper ein und stoßen es dann schnell wieder aus. Das Gift mancher Quallen kann auch für Menschen gefährlich sein: Kommt man damit in Berührung, schmerzt die Stelle, juckt und wird rot.

Zum Staunen

Quallen bestehen zu 98 Prozent aus Wasser! Das verleiht ihnen ihr besonderes Aussehen und sorgt dafür, dass sie so gut schwimmen können. Quallen haben kein Herz, kein Gehirn und keine Lunge. Trotzdem können sie Beute jagen und auf Feinde reagieren.

Verliert eine Qualle einen Tentakel oder ein Stück ihres Schirms, ist das kein Problem. Sie besitzen nämlich sogenannte Super-Zellen, mit denen sie fehlende Körperteile einfach nachbilden können.

Unsterblich macht sie das aber nicht: Das Nachbilden kostet viel Energie. Werden die Tiere zu oft verletzt, schaffen sie es irgendwann nicht mehr.