Wo gerade Leguane von Bäumen fallen

Wo gerade Leguane von Bäumen fallen

In Florida ist es gerade so kalt, dass etwas Verrücktes passiert: Leguane fallen von den Bäumen. Die Tiere sehen tot aus. Aber sie leben noch. Was hinter dem Phänomen steckt.

Die Leguane in Florida sind extreme Kälte nicht gewohnt
Imago

In Florida, einem Bundesstaat der USA, spielt sich gerade etwas ziemlich Seltsames ab: Auf den Straßen von Miami sind plötzlich überall grüne Leguane zu sehen. Sie liegen regungslos auf Gehwegen, in Gärten, Parks und auf Parkplätzen. Manche hängen steif an Ästen, andere sind bereits heruntergefallen.

Die große Kälte

Florida liegt im Süden der USA und normalerweise ist es dort warm. Einen richtigen Winter gibt es dort nicht. Seit mehr als zehn Jahren hat es in der Gegend nicht mehr geschneit.
Nur heuer ist es anders. Im Moment ist es in Florida so kalt wie selten. In der Nacht gibt es manchmal sogar Frost.

Für die grünen Leguane, die in Florida leben, wird diese Kälte zur Gefahr. Anders als Menschen oder Katzen können Reptilien sich nicht von innen warm halten. Sie brauchen die Wärme der Sonne oder der warmen Luft um sie herum. Wird es zu kalt, funktioniert ihr Körper nicht mehr richtig.

Erstarrt, aber nicht tot

Ab etwa zehn Grad werden die Leguane langsam und träge. Sinkt die Temperatur noch weiter, schalten diese Tiere auf Sparflamme. Ihre Muskeln versteifen sich. Die Nerven arbeiten kaum noch. Nur das Herz schlägt weiter, und sie atmen noch. In diesem Zustand können sie sich nicht mehr festhalten. Daher fallen sie dann auch irgendwann vom Baum.

Viele Menschen denken, die Leguane wären tot. Aber das stimmt nicht. Die Kältestarre ist ein schlauer Trick, um zu überleben. Die Tiere sparen so Energie und warten einfach ab. Sobald es wieder wärmer wird, tauen sie auf. Dann klettern sie zurück in die Bäume.

Finger weg!

Im Internet teilen Menschen Fotos von den erstarrten Leguanen. Viele wollen helfen und die Tiere ins warme Haus bringen. Doch Fachleute warnen davor. Sobald die Leguane wieder warm werden, wachen sie auf. Dann werden sie gefährlich. Sie beißen zu oder schlagen mit ihren starken Schwänzen um sich.

Die Naturschutzbehörde rät deshalb: Finger weg von erstarrten Leguanen! Nur wer sich auskennt und Schutzkleidung trägt, sollte sie anfassen.

Nicht heimisch 

Eigentlich gehören Grüne Leguane nicht nach Florida. Ihre Heimat ist Mittel- und Südamerika. Doch in den letzten Jahren haben sich die Reptilien in Florida stark vermehrt. Sie richten dort große Schäden an. Die Tiere graben Gänge in Dämme und am Ufer von Flüssen. Dadurch brechen diese ein. Sie fressen Pflanzen in Gärten und beschädigen manchmal sogar Stromleitungen.

Deshalb gelten die Leguane in Florida als Problemtiere. Die Kältewelle könnte nun viele von ihnen töten. Denn wenn es zu lange kalt bleibt, überleben sie nicht.

 

 


Der grüne Leguan

Aussehen: Grüne Leguane können bis zu zwei Meter lang werden. Sie haben kräftige Beine, einen langen Schwanz und einen gezackten Kamm auf dem Rücken. Trotz ihres Namens sind nicht alle grün, manche sind auch braun oder orange gefärbt.

Heimat: Ursprünglich leben Grüne Leguane in den tropischen Wäldern von Mittel- und Südamerika. Dort ist es das ganze Jahr über warm.

Was sie fressen: Junge Leguane fressen manchmal Insekten. Erwachsene Tiere ernähren sich hauptsächlich von Blättern, Blüten und Früchten.

Besonderheit: Leguane sind wechselwarm. Das bedeutet, sie können ihre Körpertemperatur nicht selbst regeln wie wir Menschen. Sie brauchen die Wärme von außen. Deshalb sonnen sie sich oft stundenlang auf Ästen.

Gefahr bei Kälte: Unter zehn Grad werden Leguane träge. Bei noch kälteren Temperaturen fallen sie in eine Kältestarre. Werden sie dann nicht rechtzeitig wieder warm, sterben sie.