Immer mehr Stars üben Kritik an Trump

Immer mehr Stars üben Kritik an Trump

Die Grammy-Verleihung wurde heuer zur Protestbühne. Viele Stars kritisierten offen US-Präsident Donald Trump und seine Politik.

Rapper Bad Bunny wurde mit dem wichtigsten Musikpreis ausgezeichnet
Imago

Über kaum einen Preis freuen sich Popstars so sehr wie über den Grammy (sprich: Grämmi). Am Sonntagabend wurde der wichtige Musikpreis in Los Angeles (USA) verliehen. Doch viele Künstlerinnen und Künstler nutzten die Bühne für Kritik an US-Präsident Donald Trump. Vor allem an einer Behörde namens ICE (sprich: Ais).

Die ICE

ICE ist die Abkürzung für eine Behörde, die für Einwanderer zuständig ist. Trump setzt sie seit etwa einem Jahr ein, um Menschen ohne Erlaubnis, in den USA zu sein, festzunehmen und in ihre Heimat zurückzuschicken. Das Problem: ICE geht brutal vor. Zwei Menschen wurden sogar erschossen. Deshalb protestieren in vielen Städten der USA Menschen gegen ICE. Mehr über die ICE und die Situation erfährst du hier.

Stars sagen laut ihre Meinung

Den wichtigsten Preis bei dieser Verleihung bekam der Rapper Bad Bunny aus Lateinamerika. Bevor er sich auf der Bühne für den Preis bedankte, sagte er: „ICE raus! Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Fremden. Wir sind Menschen, und wir sind Amerikaner.“ Dafür bekam er viel Applaus.

Den Preis für die beste Aufnahme des Jahres gewann Hip-Hop-Star Kendrick Lamar. Er holte insgesamt fünf Preise und damit die meisten Grammys des Abends.

Sängerin Billie Eilish gewann gemeinsam mit ihrem Bruder Finneas den Grammy für den besten Song. Sie sagte: „Niemand ist illegal auf gestohlenem Land.“ Damit meinte sie, dass die USA früher den Ureinwohnern gehörten.

Aufruf zum Protest

Auch andere Stars zeigten ihre Meinung: Viele trugen Anstecker mit der Aufschrift „ICE OUT“ (ICE raus). Die Sängerin Katy Perry rief ihre mehr als 200 Millionen Follower auf Instagram auf, Protestbriefe an Politikerinnen und Politiker zu schicken. Sie will, dass das US-Parlament ICE das Geld streicht.
Auch Ariana Grande und Gracie Abrams teilen kritische Berichte über ICE in den sozialen Medien.

Eigener Protestsong

Der berühmte Rockmusiker Bruce Springsteen veröffentlichte kurz nach den Todesfällen einen Protestsong. Der Song heißt „Streets of Minneapolis” (Straßen von Minneapolis). Er widmete das Lied den getöteten Menschen und allen Einwanderern in den USA.

Trump ist sauer

US-Präsident Trump hatte auch etwas dazu zu sagen. Er schrieb im Internet, die Grammy-Verleihung sei „Müll“ und „praktisch nicht anzusehen“. Den Moderator Trevor Noah, der ebenfalls Witze über ihn gemacht hatte, nannte er einen „totalen Verlierer“. Trump drohte ihm sogar mit einer Klage.

 


Der Grammy – der wichtigste Musikpreis der USA

Der Grammy wird seit 1959 verliehen, also seit 68 Jahren.

Der Name kommt vom „Grammophon”. Das ist ein sehr altes Gerät, damit wurde früher Musik abgespielt.

Mehr als 13.000 Musikerinnen und Musiker, Produzenten und andere Fachleute entscheiden darüber, wer den Preis bekommt.

Es gibt Grammys in vielen verschiedenen Kategorien: für Pop, Rock, Rap, Country, Klassik und viele mehr.

Die wichtigsten Preise sind „Album des Jahres”, „Song des Jahres” und „Beste Aufnahme”.

Heuer wurde zum ersten Mal auch ein K-Pop-Song mit einem Grammy ausgezeichnet.