Iran: Ein gefährlicher Kampf um Freiheit
Im Iran gehen seit Ende Dezember Tausende Menschen auf die Straße. Sie protestieren gegen ihre Regierung. Das ist lebensgefährlich. Trotzdem kämpfen sie für ihre Freiheit.
Wenn man in Österreich mit der Arbeit der Politikerinnen und Politiker nicht zufrieden ist, darf man das sagen. Auch laut und auf der Straße bei einer Demonstration. In einer Demokratie hat man das Recht, seine Meinung offen zu sagen.
Ganz anders ist das im Iran. Das Land liegt im Nahen Osten, zwischen dem Irak und Afghanistan. Dort kann eine Demonstration das Leben kosten. Wer offen etwas gegen die Regierung sagt, wird hart bestraft. Manche sogar mit dem Tod. Trotzdem gehen seit Ende Dezember Tausende Menschen auf die Straße.
Ein Mann kontrolliert fast alles
Im Iran leben rund 90 Millionen Menschen. Über ihnen steht Ali Chamenei. Er nennt sich religiöser Führer und hat sehr viel Macht. Polizei, Gerichte, Armee und viele Medien richten sich nach ihm. Auch bei neuen Gesetzen redet er mit.
Chamenei und die Politiker um ihn herum benutzen den Islam, um ihre Regeln zu begründen. Sie sagen, das sei Religion. Viele dieser Regeln sind sehr streng. Besonders Frauen leiden darunter: Sie dürfen nicht ohne Kopftuch und lange Kleidung aus dem Haus gehen. Singen und Tanzen sind verboten. Viele Rechte, die Männer haben, haben Frauen nicht.
Das Geld ist fast nichts mehr wert
Dem Land geht es wirtschaftlich immer schlechter. Der Rial, so heißt das Geld im Iran, ist kaum noch etwas wert. Vor allem Lebensmittel und Medikamente sind extrem teuer geworden. Viele Familien wissen nicht mehr, wie sie durchkommen sollen.
Auch die Händler verkaufen nichts mehr. Viele haben ihre Läden geschlossen und sind auf die Straße gegangen, um zu protestieren. Die meisten macht es wütend, dass die Regierung sehr viel Geld für Waffen und das Militär ausgibt. Für die Menschen im Land bleibt immer weniger übrig.
Sie wollen Freiheit
Mittlerweile fordern die Protestierenden viel mehr als nur wirtschaftliche Hilfe. Sie wollen Freiheit. Sie wollen selbst über ihr Leben entscheiden. Sie wollen eine andere Regierung.
Das lässt die Führung im Iran nicht zu. Die Sicherheitskräfte gehen brutal gegen die Demonstranten vor. In den letzten Tagen sollen etwa 500 Menschen getötet worden sein. Viele weitere wurden verletzt. Tausende sitzen in Gefängnissen.
Kein Internet, keine Informationen
Verlässliche Informationen über die Situation im Iran gibt es nicht. Vor einigen Tagen hat die Regierung das Internet im ganzen Land abschalten lassen. Die Welt soll nicht sehen, was passiert. Und ohne Internet können sich die Menschen auch nicht mehr so einfach verabreden.
Trotzdem gelingt es manchen, die Sperre zu umgehen. Einige schaffen es, Fotos und Videos in andere Länder zu schicken. Wie viele Menschen wirklich auf der Straße sind und was genau passiert, weiß niemand sicher.