Was Fleisch mit dem Klima zu tun hat

Was Fleisch mit dem Klima zu tun hat

Tierhaltung und Klima haben mehr miteinander zu tun, als du vielleicht glaubst. Hier kannst du lesen, was genau.

Fleisch zu essen, ist in Ordnung. Nachzufragen, woher das Fleisch auf dem Teller kommt, auch
Foto: Adobe Stock

Vor Ostern fasten viele Menschen. Manche verzichten zum Beispiel auf Fleisch, andere auf Süßigkeiten. Am Karfreitag vor Ostern legen viele einen vegetarischen Tag ein. Auch Menschen, die nicht religiös sind, tun das. Fleisch zu essen, ist nicht grundsätzlich schlecht. Jedoch sollte es nicht zu viel sein. Pro Woche sollten es nicht mehr als drei Portionen von je 100 bis 150 Gramm Fleisch sein. Das empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Ernährung.

Und was hat Fleisch mit dem Klima zu tun?

Auf der ganzen Welt wird zu viel Fleisch gegessen. Das finden Tier- und Umweltschützer/-innen weltweit. In Deutschland haben erst vor Kurzem Fachleute vom Umweltbundesamt die Menschen gebeten, nur mehr halb so viel Fleisch wie bisher zu essen, und zwar dem Klima zuliebe. Hier sind einige Gründe dafür:

Massentierhaltung und Billigfleisch: Damit der Hunger auf billiges Fleisch gestillt werden kann, gibt es die sogenannte Massentierhaltung. Dabei werden sehr viele Tiere in riesigen Ställen gehalten und schnell angefüttert, damit sie so schnell wie möglich geschlachtet werden können. Bei der Massentierhaltung entstehen viele Treibhausgase, etwa durch das Düngen, Lagerung und Transport sowie durch die Tiere selbst, wenn sie verdauen. Treibhausgase sind dafür verantwortlich, dass die Erde erhitzt. Außerdem ist die Massentierhaltung auch für die Tiere schlecht. Die Tiere werden leichter krank und bekommen oft schon Medizin, bevor sie überhaupt erkrankt sind. Über das Fleisch kommen die Stoffe aus den Medikamenten dann in den Körper der Menschen. Das ist nicht gesund.

Abholzung für Tierfutter: Damit die Tiere in der Massentierhaltung Futter haben, werden zum Beispiel in den Ländern Südamerikas Regenwälder abgeholzt oder niedergebrannt. Auf den frei gewordenen Flächen wird dann Futter wie etwa Soja für die Tiere angebaut. Die Regenwälder sind jedoch wichtig für ein gesundes Klima. Sie erzeugen nämlich Sauerstoff, der lebenswichtig ist. Je weniger Regenwald es gibt, desto schlechter ist das für das Klima.

Dünger auf den Feldern: Wenn eine Landwirtschaft nicht biologisch betrieben wird, werden meist viele künstliche Dünger eingesetzt. In vielen ist Stickstoff enthalten. Das Düngen bringt zwar gute Ernten, aber diese Stickstoff-Dünger sind schädlich für das Klima.

Felder mit Monokulturen: Futter für Tiere in der Massentierhaltung wächst meist auf riesigen Feldern. Dort werden oft jahrelang immer dieselben Getreidearten angebaut. Das nennt man Monokultur. Diese ist jedoch schlecht für den Boden. Damit das Getreide aber trotzdem gut wachsen kann, muss immer mehr gedüngt werden. Wichtige Insekten wie Bienen gibt es auf diesen Feldern kaum. Außerdem wird der Boden wegen der riesigen Maschinen, die dort fahren, ganz plattgemacht. Auf Dauer wächst ohne Dünger auf solchen Feldern kaum mehr etwas.

Rinder erzeugen Treibhausgase: Wenn Rinder ihr Fressen verdauen, dann entweicht Methan, das ist ein schädliches Treibhausgas. Ein Drittel all des Methans auf der Erde entsteht durch Rinderzucht. Je mehr Fleisch wir essen, desto mehr Rinder werden gezüchtet. Das ist wiederum schlecht für das Klima.

Biologisch und artgerecht

Aber es gibt auch die sogenannte biologische Landwirtschaft. Das bedeutet, dass Obst, Gemüse, Getreide und auch die Tiere umweltschonender wachsen können. „Bio“ heißt zum Beispiel, dass die Bauern kaum künstliche Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger benutzen und dass sie die Tiere nicht in Massen halten. Oft sogar halten sie sie im Freien mit viel Auslauf. Man nennt das artgerechte Haltung. Weil biologische und artgerechte Haltung die Bauern mehr kostet, ist auch das Fleisch meist ein bisschen teurer. Eine neue Studie verspricht aber Gutes. Man hat herausgefunden, dass ein Schnitzel vom Schwein nur sieben Cent teurer wird, wenn das Schwein artgerecht gehalten wird, also mehr Platz hat und gesünder ernährt wird.

Was kann ich für das Klima tun?

  • Weniger Fleisch, Wurst und Fleischprodukte essen.
  • Beim Kauf deiner Wurstsemmel darauf schauen, wo das Fleisch in der Wurst herkommt, und eher zur Bio-Wurst greifen.
  • Du kannst auch im Gasthaus (wenn wieder geöffnet) oder im Burger-Laden nachfragen, wo das Fleisch herkommt. Je mehr Menschen nach gesundem Bio-Fleisch fragen und es kaufen, desto mehr wird davon erzeugt werden.Hier geht’s zu unserem Quiz zum Thema Ernährung!

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