Warum alle über AstraZeneca reden

Warum alle über AstraZeneca reden

Fachleute haben den Impfstoff der Firma AstraZeneca gegen die Corona-Krankheit noch einmal genau unter die Lupe genommen. Wir sagen dir, warum.

Es gibt viele verschiedene Impfstoffe gegen das Coronavirus, einer davon ist von der Firma AstraZeneca
Foto: Imago

Auf der ganzen Welt werden Menschen gerade gegen die Krankheit Covid-19 geimpft. Covid-19 ist die Krankheit, die das Coronavirus auslöst. Dafür gibt es verschiedene Impfstoffe von verschiedenen Firmen. In Österreich dürfen Covid-19-Impfstoffe von vier Firmen verwendet werden, und zwar von Biontech und Pfizer (sprich: baionntek; pfaisa), Moderna, Johnson & Johnson (sprich: dschonnsn und dschonnsn) und AstraZeneca.

Wirbel um AstraZeneca

Wegen des Impfstoffs von AstraZeneca gibt es gerade viel Wirbel. Mehrere Länder (zum Beispiel Deutschland) haben vorübergehend aufgehört, diesen Impfstoff zu verwenden. In manchen Ländern wird er nur noch an Menschen bestimmten Alters verimpft. In Österreich wird immer noch damit geimpft. Aber keine Angst: Das bedeutet nicht, dass der Impfstoff schlecht ist oder gefährlich. Viele Millionen Menschen haben sich schon damit impfen lassen.

Warum und was ist passiert?

Bei einigen wenigen Menschen kam es nämlich zu gesundheitlichen Problemen, einige Zeit nachdem sie geimpft wurden. Ein paar Menschen sind auch gestorben. In Deutschland gab es unter 1,6 Millionen Geimpften sieben Fälle (Stand Mitte März). Auch nach Impfungen mit dem Biontech-Impfstoff gab es zum Beispiel in Großbritannien schon Fälle.

Was genau ist passiert?

Bei einigen Menschen ist das Blut klumpig geworden. Man spricht von einem Blutgerinnsel. Wenn so ein Blutgerinnsel zum Beispiel ins Herz, in den Kopf oder die Lunge gepumpt wird und die Adern verstopft, kann das sehr gefährlich sein. In der Fachsprache heißt so eine Verklumpung im Blut auch Thrombose. Thrombosen kommen immer wieder vor, das muss also nicht immer etwas mit der Impfung zu tun haben. Expertinnen und Experten haben jedoch herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und einer ganz seltenen Form von Blutgerinnsel im Hirn gibt. Auch wie das passiert, hat man mittlerweile herausgefunden. Es ist ein sehr komplizierter Vorgang.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleibt trotzdem vorerst dabei, dass mit dem Impfstoff von AstraZeneca weiter geimpft werden soll. Auch die Fachleute der EMA (dort arbeiten die europäischen Fachleute für die Impfungen) sind dieser Meinung. Es sei nämlich gefährlicher, einen Impfstoff wegzulassen und deshalb weniger Leute gegen Covid-19 zu impfen. Denn es könnte dann sein, dass mehr Menschen an Covid-19 sterben.

Die Menschen, die geimpft wurden, sollen sich aber gut beobachten und aufmerksam sein. Außerdem wird das Problem mit den Blutgerinnseln in den sogenannten Beipackzettel geschrieben. Auf dem Beipackzettel eines Arzneimittels steht, nicht nur wogegen es wirkt, sondern auch welche möglichen Wirkungen es haben könnte, die nicht gewollt sind.

In Deutschland werden nur mehr Menschen, die älter als 65 Jahre sind, mit AstraZeneca geimpft.  Fälle mit Blutgerinnseln sind nämlich bisher nur bei jüngeren Menschen und vor allem Frauen aufgetreten. Auch in mehreren anderen Ländern gibt es Einschränkungen bei dem Impfstoff. In Österreich wird der Impfstoff noch an alle verimpft.

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