Rätselmacher von Beruf

Rätselmacher von Beruf

Ihre Arbeit ist erst dann getan, wenn dein Kopf raucht: Karin und Klaus sind unsere Rätselmacher. Woche für Woche versorgen sie Knobelfans in der gedruckten Kinderzeitung mit Nachschub.

Damit du viele Rätsel lösen kannst, müssen sich Rätselmacher vorher den Kopf zerbrechen
Foto: Adobe Stock

Erscheint samstags die neue gedruckte Kinderzeitung, blättern viele unserer Leser und Leserinnen zuerst auf die Seiten 10/11. Dass dort unsere Rätsel stehen, weißt du vielleicht. Woher diese Rätsel aber kommen, ist selbst ein großes Rätsel. Hier haben wir die Auflösung für dich.

Arbeit im Pyjama

Bei uns sorgen Karin und Klaus wöchentlich für neuen Stoff zum Grübeln. Verdrehte Wörter, Zahlenschlangen und Sudokus – alles, was spannend ist und Spaß macht, denken sich die beiden für dich aus. „Rätseln kann man fast überall“, sagt Karin. Deshalb arbeiten sie und ihr Mann auch von zu Hause aus. Ihre wichtigsten Arbeitsgeräte – Stift und Papier – haben sie immer mit dabei. Die nächste Idee kann schließlich überall lauern, auf dem Sofa oder unter der Dusche zum Beispiel. Manche Einfälle überraschen einen auch im Schlaf. Da kann es schon einmal passieren, dass gleich nach dem Aufstehen im Pyjama losgearbeitet wird.

Schummelnde Maschine

Beide waren schon als Kinder große Rätselfans. Ihr Hobby haben sie später zum Beruf gemacht. Angefangen hat bei den beiden alles mit einer selbst gebauten „Schummelmaschine“. Klaus ist nämlich sogenannter Programmierer. Als Programmierer gibt er Computern Befehle. Diese werden gespeichert, sodass der Computer bestimmte Aufgaben immer und immer wieder ausführen kann. Vor ein paar Jahren hat Klaus so etwas wie eine App erstellt, die Sudokus von selbst lösen kann. Das hat ihm solchen Spaß gemacht, dass er gleich noch eine andere App programmiert hat – eine, die sich automatisch Zahlenrätsel ausdenkt. Dem Zufall überlassen Karin und Klaus nichts. Bis heute werden die Aufgaben von Karin ausprobiert und gelöst.

Spaß am Wissen

Viele Kollegen hat das Ehepaar aber nicht: „Rätselmacher ist ein seltener Beruf“, erklärt Klaus. Das liegt auch daran, dass es keine Ausbildung für diese Arbeit gibt. Karin und Klaus haben sich alles selbst beigebracht. Muss man dafür ein besonderes Talent haben? „Nein“, antworten sie, „man braucht einfach nur Spaß am Wissen.“ Schließlich muss man sich ständig neue Fragen ausdenken und in Büchern nach Informationen suchen. Und was ist am schwierigsten? „Anleitungen so zu schreiben, dass der Leser gleich weiß, was zu tun ist“, sagt Karin.

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Seit wann gibt es Rätsel?

Rätsel sind fast so alt wie die Menschheit selbst. Das älteste Rätsel ist vermutlich das sogenannte Katzen-und-Mäuse-Rätsel. Es ist fast 4000 Jahre alt und stammt aus dem alten Ägypten. Die Aufgabe wurde auf sogenanntem Papyrus festgehalten. Papyrus ist ein Stoff, auf dem geschrieben wurde. In der Vergangenheit konnten allerdings nur wenige Menschen lesen. Deshalb hat man sich besonders gute Rätsel merken müssen, damit man sie so oft wie möglich weitererzählen konnte.
Das Katzen-und-Mäuse-Rätsel ist ein schwieriges mathematisches Rätsel. Möchtest du es trotzdem versuchen? So lautet das Rätsel: Es gibt sieben Häuser, in denen jeweils sieben Katzen leben. Jede Katze hat sieben Mäuse gefressen. Alle diese sieben Mäuse hatten davor jeweils sieben Korn-Ähren verspeist, die wiederum jeweils sieben Samen enthielten. Wie viele Objekte (Häuser, Katzen, Mäuse, Korn-Ähren und Samen) sind es insgesamt? Beeindruckend an diesem Rätsel ist auch, dass die Ägypter damals ja noch keine Taschenrechner hatten, die sie beim Rechnen zur Hilfe nehmen konnten.

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