Gänse: Lasst sie schnattern!

Gänse: Lasst sie schnattern!

Rund um den Martinstag ist die Zeit der Gänse. Was sie damit zu tun haben und wie man helfen kann, Tierquälerei zu verhindern.

In Österreich ist das Stopfen zum Glück verboten
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„Vater der Graugänse“ wurde Wissenschaftler Konrad Lorenz genannt. Er erforschte das Verhalten der Federtiere
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Das Schnattern der Gänse hat ihn verraten. Der heilige Martin versteckte sich im Gänsestall, weil er aus lauter Bescheidenheit nicht zum Bischof ernannt werden wollte. Aber er hatte nicht mit dem schnatternden Federvieh gerechnet.

Stopfen verboten!

Diese Geschichte ist nur eine von mehreren Gänsegeschichten rund um den 11. November, den Martinstag. Auch deshalb landen viele Gänse um diese Jahreszeit gebraten auf den Tellern.

Rund um den 11.11. essen viele Menschen in Österreich Gerichte mit Gans
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Und nicht alle hatten davor ein schönes, fröhliches Gänseleben. In manchen Ländern werden die armen Tiere immer noch gestopft. Das bedeutet: Durch ein Rohr, das ihnen in den Hals gesteckt wird, wird eine viel zu große Menge Futter direkt in den Magen gepumpt. So nehmen die Gänse schnell zu und ihre Leber verfettet. Die wird als besonderer Leckerbissen teuer verkauft. Stopfen bedeutet Qualen. Die Gänse haben oft Verletzungen im Hals und leiden sehr unter ihrem Übergewicht. In Österreich ist das Stopfen zum Glück verboten. Dennoch landen immer noch Stopfgänse aus anderen Ländern auf heimischen Tellern. Also vorm Kauf eines Gänsebratens besser zweimal nachfragen, ob es sich wohl um österreichische Gänse handelt.

Altes Haustier

Dabei verbindet Gänse und Menschen eine lange gemeinsame Vergangenheit miteinander. Die Federtiere gehören neben den Hunden zu den ältesten Haustieren. Man hielt sie sich nicht nur wegen des Fleisches und der Eier, sondern weil sich ihre Federn perfekt für wärmende Daunendecken eigneten. Zudem sind sie nicht anspruchsvoll. Sie fressen einfach, was sie auf der Wiese finden. Und nicht zuletzt erspart man sich durch Gänse oft den Wachhund. Denn dieses Geschnatter bleibt sicher nicht ungehört.

Steckbrief:

ART: Gänse gehören zur Familie der Entenvögel. Die Hausgans stammt von der Graugans ab. Hausgänse tragen meistens ein weißes Federkleid, Graugänse haben graue Federn.
GRÖSSE: Hausgänse können ein Gewicht von fünf, sechs Kilo erreichen.  Graugänse sind deutlich leichter.
VERBREITUNG: Graugänse gibt es in Europa, Nordamerika und Asien.
NAHRUNG: Sowohl Grau- als auch Hausgänse sind Vegetarier. Sie fressen Gräser, Blätter und Körner.

Wer war der heilige Martin?

Bei uns wird jedes Jahr am 11. November der Tag des heiligen Martin begangen. Er teilte mit einem Schwert seinen Mantel und gab eine Hälfte einem frierenden Bettler. In Österreich wird der Martinstag mit verschiedenen Bräuchen gefeiert: Jüngere Kinder ziehen zum Beispiel beim Martinsumzug mit selbst gebastelten Laternen durch die Straßen. Dabei singen sie ein Lied, das du wahrscheinlich kennst: „Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.“