Dein Körper gehört dir

Dein Körper gehört dir

Wieso es wichtig ist, “Nein” oder “Stopp” in Situationen zu sagen, in denen du dich unwohl fühlst.

Du ganz allein sollst bestimmen, was mit deinem Körper passiert und niemand sonst
Foto: Adobe Stock

Chiara (8) freut sich auf die Weihnachtsfeiertage. Endlich sieht sie ihre Verwandten wieder. Oma bereitet Raclette vor, die Cousinen und Cousins kommen zum Spielen. Nur wegen einer Sache macht sich Chiara Sorgen: Tante Sara und Onkel Matteo. Eigentlich mag Chiara die beiden sehr gerne. Mit ihnen ist es immer lustig und es wird viel gelacht. Gleichzeitig bereitet ihr das Verhalten von Matteo Bauchweh. Ohne Chiara zu fragen, ob sie das auch möchte, drückt er ihr ein Begrüßungsbussi auf den Mund. Wenn Chiara den Kopf wegdreht und das Gesicht verzieht, ist Matteo enttäuscht. „Bekomm ich gar kein Bussi von dir?“, will er von seiner Nichte wissen. Chiara lässt es also meistens über sich ergehen. Denn ihr hilfesuchender Blick wird von Tante Sara mit einem Kopfschütteln abgetan. „Jetzt stell dich nicht so an – sei ein braves Mädchen“, sagt sie genervt.

Nicht okay

Muss Chiara das Verhalten ihrer Verwandten einfach so hinnehmen? Nein, muss sie nicht. Denn für Chiara gilt das Gleiche wie für alle Kinder, also auch für dich: Dein Körper gehört dir! Das heißt: Wenn dir Berührungen oder Küsse ein schlechtes Gefühl machen, hast du das Recht, Nein zu sagen. Du hast die Berechtigung, die Hände des anderen wegzudrücken und laut „Stopp! Das will ich nicht!“ zu sagen.

Unter Druck

Auch Niklas hat vor Kurzem etwas erlebt, was ihm unangenehm war. Der beste Freund seines Vaters hat auf ihn aufgepasst, während sein Vater einkaufen war. Dabei hat ihm der Erwachsene Bilder auf seinem Handy gezeigt. Auf den Fotos waren nackte Menschen zu sehen. Niklas war mulmig zumute. Seiner Familie hat er davon aber zuerst nichts erzählt. Denn der Freund seines Vaters hat gesagt, dass dieses Erlebnis ein Geheimnis bleiben müsse. Außerdem würde Niklas sowieso niemand glauben.

Sprich darüber

Niklas hat sich dann doch noch dazu entschieden, mit seinen Eltern über diesen Vorfall zu sprechen. Und damit hat er alles richtig gemacht. Denn wenn eine Person etwas macht, das dir unangenehm ist, und dir sagt, dass das ein Geheimnis bleiben muss, erzähl davon einem Erwachsenen, dem du vertraust. Auch wenn dir jemand ganz fest verboten hat, über ein Geheimnis zu sprechen. Wichtig ist, dass du weißt: Die Schuld hat immer der Täter und nicht das Kind. Und Erwachsene, wie der Freund von Niklas‘ Vater, wissen, dass sie diese Dinge nicht tun dürfen.

Hilfe finden

Du hast Fragen, die du sonst niemandem stellen magst? Die kostenlose Beratung „Rat auf Draht“ hilft dir. Und zwar rund um die Uhr unter der Telefonnummer 147 (ohne Vorwahl).

Verkehr, Internet, Selbstverteidigung: Alles rund ums Thema Sicherheit

Sich wohlfühlen und ohne Angst vor Gefahren durch das Leben zu gehen, ist wichtig. Dieser Beitrag zum Thema Sicherheit ist Teil einer Serie, die im vergangenen Jahr in der der Printausgabe der Pausenzeitung erschienen ist. Bei Selbstschutzexperte und Autor Markus Schimpl lernst du die Fähigkeiten deines Körpers kennen und erfährst, dass du etwas tun kannst, wenn Gefahr droht. Außerdem geht es darum, Gefahr zu verhindern, bevor sie überhaupt entsteht. Das wird auch Prävention genannt. Aber was ist das? Hier ein Beispiel: Du siehst eine rutschige Stelle am Boden. Was tust du? Die rutschige Stelle meiden oder langsam drübergehen? Die Antwort: Um dich gar nicht erst in Gefahr zu begeben, wirst du die rutschige Stelle umgehen. Und genau das ist Prävention.

Buchtipp: Markus Schimpl. Ich rette mich. 208 Seiten, 20 Euro. Markus Schimpl ist Selbstschutzexperte und Autor. Außerdem unterrichtet er Selbstschutz an Schulen. Mehr Infos unter: www.ichrettemich.com